„Squadra Azzura“ auf Wolke Sieben
„Italien, das ist Totti“

Er ist der Dreh- und Angelpunkt in der italienischen Mannschaft. Francesco Totti führte mit einer genialen Spielübersicht und brillant ausgeführten Ecken und Freistößen seine "Squadra Azzura" zum Sieg gegen Ghana. Die heimische Presse schwärmte nach dem Spiel gegen Ghana von dem Mittelfeld-Regisseur.

HB HANNOVER. Ausgerechnet beim Sponsor verhaspelte sich der Fifa-Offizielle. Gleich zweimal. Vielleicht lag es daran, dass er zuvor bei der Pressekonferenz mit Italiens Nationaltrainer Marcello Lippi und Ghanas Coach Ratomir Dujkovic zwischen Deutsch, Englisch und Italienisch hin und her gesprungen war wie ein aufgeschrecktes Reh. Vielleicht aber auch daran, dass die Zeit drängte. Hektik beherrschte die Szenerie kurz vor Mitternacht am Montag in den Katakomben des Hannoveraner WM-Stadions. Die Hektik hatte auch den Fifa-Mann erfasst, als er Andrea Pirlo als Anheuser-Busch "Player of the Match" auszeichnete.

Dutzende Kamerateams aus aller Herren Länder warteten in der Mixed-Zone auf den Mittelfeldspieler, der mit seinem Tor in der 40. Minute nicht nur die italienischen Fans verzückt hatte. Ähnlich wie der Deutsche Philipp Lahm im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica hatte Pirlo den Ball von der linken Strafraumgrenze in die Mitte getrieben und aus 20 Metern im Tor versenkt. Nur dass Pirlos Schuss unten und nicht oben rechts einschlug. Pirlo war in der Tat der herausragende Spieler einer Partie, die Italiens Coach Lippi Glückzustände bescherte ("Ich bin sehr zufrieden") und Ghanas serbischem Trainer Dujkovic in Erstaunen versetzte ("Wir haben gegen eine sehr starke italienische Mannschaft verloren.") Pirlo, der bei AC Mailand spielt, schoss nicht nur das 1:0, er sorgte mit unermüdlichem Einsatz ständig für Torgefahr.

Neben Pirlo war es ihr geliebter Totti, der die Italiener zu einem überzeugenden Sieg gegen Ghana geführt hatte. In einem riesigen Herz hatte die Sportzeitung Gazetto della Sport Tottis Namen vor dem Spiel auf der Titelseite abgedruckt. "Italien, das ist Totti" stand da geschrieben. Wie wahr. War es doch der Spielmacher vom AS Rom, der immer wieder mit präzisen Pässen aus dem Fußgelenk, einer überragenden Spielübersicht und brillant ausgeführten Ecken und Freistößen die "Brasilianer Afrikas" unter Druck setzte. Totti, der vor der WM schon verletzt war, zog sich in der Partie gegen Ghana eine Wadenprellung zu und musste in der zweiten Hälfte ausgewechselt werden. Doch Lippi gab gestern Entwarnung: Totti kann die nächste Partie bestreiten.

Die herausragende Leistung der Italiener schmälerte nur, dass sie in der ersten Halbzeit ein paar Mal zu übermütig stürmten und die technisch, taktisch und kämpferisch erstklassigen Spieler von Ghana zu gefährlichen Kontern einluden. Und die Taktik der Azzuri, in der zweiten Halbzeit selbst auf Konter zu spielen, ging zwar auf - Vincenzo Iaquinta hatte eine verunglückte Rückgabe von Sammy Kuffour in der 83. Minute zum 2:0 genutzt. Die Taktik war aber auch nicht ganz ungefährlich. Lippi räumte deshalb auch großmütig ein: "Zu manchen Zeitpunkten im Match hatte man sogar das Gefühl, dass Ghana besser spielt als Italien."

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