Fußball
Staatsanwaltschaft mit Anklageschrift fertig

Die Anklageschrift im Zuge des Skandals um Schiedsrichter Robert Hoyzer ist offenbar fertig. Nach Informationen der Bild-Zeitung wird die Berliner Staatsanwaltschaft die Brüder Ante, Filip und Milan S. anklagen.

Der Prozess um die Hauptverdächtigen im Wett- und Manipulationsskandal im deutschen Fußball rückt näher. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat ihre Anklageschrift offenbar fertiggestellt. Nach Informationen der Bild-Zeitung (Montag-Ausgabe) will die zuständige Staatsanwältin Petra Leister, die seit Ende Januar mit der Sonder-Ermittlungsgruppe "Fußball" den Betrugs-Skandal um Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer bearbeitet, die drei kroatischen Brüder Ante, Filip und Milan S. am Montag wegen gewerbs- und bandensmäßigen Betrugs beim Landgericht Berlin anklagen.

Neben dem Trio und Hoyzer müssen sich voraussichtlich auch der ehemalige Referee Dominik Marks (Stendal) sowie der Spieler Steffen Karl (Chemnitzer FC), die ebenfalls Spiele verschoben haben sollen, vor Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wollte den Bericht am Sonntag allerdings nicht bestätigen. "Davon ist mir nichts bekannt", sagte Pressesprecher Michael Grunwald auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid).

Jansen und Ziller nicht angeklagt

Den Bild-Informationen zufolge gehören Ex-Schiedsrichter Jürgen Jansen (Essen) und der Dresdner Schiedsrichter-Obmann Wieland Ziller, gegen die der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beim DFB-Sportgericht wegen Manipulationsversuchs eine lebenslange Sperre beantragt hat, nicht zu den angeklagten. Während neben dem mutmaßlichen Drahtzieher Ante S. auch Hoyzer und Karl geständig sind, verweigerte Marks bislang die Aussage.

Im Zuge der Ermittlungen soll sich der Verdacht gegen Marks erhärtet haben. Wie das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, lassen Kontoauszüge sowie Telefonrechnungen und der Kaufbeleg für ein Auto darauf schließen, dass der 29-Jährige tiefer in die Betrugsaffäre verstrickt ist als bislang bekannt.

Nach Angaben des Magazins kaufte Marks am 11. Dezember 2004 in Berlin einen VW Touran. Den Preis von 23 500 Euro zahlte er bar mit 500-Euro-Scheinen. Aus der Überprüfung der finanziellen Verhältnisse von Marks zogen die Ermittler den Schluss, dass der Betrag "nicht aus offiziellen Quellen" stammen kann.

Vielmehr glauben sie, dass es sich um Geld der Brüder S. handelt. Dasselbe trifft auf 7 000 Euro zu, die Marks am 27. August 2004 auf sein Girokonto bei der Berliner Sparkasse einzahlte. Der Hauptbeschuldigte Hoyzer hatte ausgesagt, Ante S. habe Marks im Sommer auf dessen Bitte 7 000 Euro geliehen.

Marks soll 30 000 Euro für ein Spiel erhalten haben

Allein am 3. Dezember - Marks leitete das Zweitliga-Spiel zwischen dem Karlsruher SC und dem MSV Duisburg - sollen vier Telefonate zwischen dem Referee und S. stattgefunden haben. Angeblich sollen sie letzte Absprachen zur Spielbeeinflussung und Geldübergabe getroffen haben. Für die Manipulation dieses Spiels soll Marks 30 000 Euro in bar kassiert haben. Acht Tage später kaufte er in Berlin den VW Touran.

Der DFB-Kontrollausschuss hatte Ende Mai beim Sportgericht Klage gegen Marks eingereicht und einen Verbands-Ausschluss auf Lebenszeit beantragt. Ende April war bereits Hoyzer, der Marks immer wieder schwer belastet hatte, als Hauptbeschuldigter aus dem DFB ausgeschlossen worden.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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