Stadien
Rotterdam plant neuen Fußballtempel

Das Stadion von Feyernoord Rotterdam wurde vor 72 Jahren eröffnet. Nun will der Verein unweit von "De Kuip" eine neue Arena bauen, die zum größten Stadion in Europa werden soll. Der Neubau könnte bis zu 600 Millionen Euro kosten, Siemens deutet eine Beteiligung an dem Mammutprojekt an.

ROTTERDAM. Die Finanzkrise hat den holländischen Fußballklub Feyenoord Rotterdam voll erwischt. Gerade erst musste der Verein seinen Etat auf 40 Mio. Euro runterfahren, und schon länger drückt ihn zusätzlich die Last von 20 Mio. Euro Schulden. Doch das sind, so scheint es zumindest, Peanuts für einen vergleichsweise kleinen Klub, der Großes vorhat: Schon Anfang nächster Woche will Jan van Merwijk auf dem Sportstättenkongress "Sports Venue Summit" in der Münchener Allianz Arena über den Stadionbauboom in Europa sprechen - und damit auch über sein Projekt: Der Stadion-Manager träumt für das beschauliche Rotterdam von einer der größten Arenen Europas. Sie könnte gut eine halbe Mrd. Euro kosten.

Das Stadion soll die vor 72 Jahren eröffnete Spielstätte von Feyenoord ersetzen. Im Süden der Stadt, direkt am Ufer der Maas, will der Klub das neue Schmuckstück bauen. Es soll unweit der jetzt unter Denkmalschutz stehenden Anlage entstehen, die der Volksmund "De Kuip", den Fettpott, getauft hat. Über die Notwendigkeit des Neubaus ist man sich bei Feyenoord weitgehend einig. Diese Überzeugung wird nicht nur von der weit verbreiteten Ansicht in Rotterdam getragen, dass die Stadt für eine Fußball-Weltmeisterschaft 2018 oder 2022 in den Niederlanden und Belgien gerüstet sein müsse. Und dass der Klub festlegt, wie der künftige Fußballtempel aussehen und wie viel er kosten soll, steht für die meisten auch fest. Konkrete Zahlen darüber gibt es zwar noch nicht schwarz auf weiß, doch der Aufwand wird enorm sein.

"So ein Neubau wird unmöglich, wenn sich die Stadt nicht an den Kosten von 500 bis 600 Mio. Euro beteiligt", sagte van Merwijk. Zum Vergleich: Die Münchener Allianz Arena kostete rund 350 Mio Euro. Feyenoord geht von einer Spielstätte mit 80 000 Besucherplätzen aus. Das Bauwerk soll auch andere Funktionen erfüllen. Schon die jetzige Sportstätte war zudem Schauplatz großer Konzerte.

Im Rathaus der selbst ernannten niederländischen Sporthauptstadt reagieren die Verantwortlichen trotzdem noch zurückhaltend. "Wir stellen dafür keinen Sack voll Geld bereit", sagte ein Sprecher des für Sport und Finanzen zuständigen Beigeordneten. Aber dass die Stadtväter grundsätzlich ein neues Stadion für Feyenoord eingeplant haben, zeigt ihre Ende 2008 veröffentlichte "Vision" für die Ausgestaltung des Gebiets im Süden Rotterdams. In dem Papier über einen künftigen Stadionpark ist unter anderem Raum für das unter Denkmalschutz stehende alte und für ein neues Fußballstadion, für eine 400-Meter-Kunsteisbahn, ein Sportzentrum, Trainingsfelder, einen neuen Bahnhof, Parkplätze und Anschlussmöglichkeiten über Schiene und Straße.

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