Stadtduelle: David gegen Goliath
„Ich will auch mal die Hymne hören“

Es ist die Rückkehr an einen Ort, an den er sich gern erinnert. 1989 und 1990 feierte Bernd Schuster im Estadio Santiago Bernabéu zweimal die spanische Meisterschaft. 15 Jahre später verehren die Fans von Real Madrid den „blonden Engel“ noch immer. Morgen kommt er zurück – als Trainer des kleinen Madrider Vorstadtclubs Getafe CF.

MADRID. In der Primera División steht das Stadtduell David gegen Goliath an. Ganz Spanien wartet gespannt darauf, ob die Underdogs Real schlagen können.

Nachdem Schuster mit seiner Mannschaft zu Saisonbeginn völlig überraschend auf Platz eins der Primera Division stand, ist der Verein inzwischen dort angekommen, wo ihn der Deutsche schon zu Beginn der Saison gesehen hat, im Mittelfeld der Tabelle, auf Rang acht – allerdings nur einen Punkt hinter Real Madrid. „Der graue Liga-Alltag wird uns bald einholen“, Schuster hat die Erwartungen von Anfang an gedämpft. Nach drei Niederlagen in Folge hat sich seine Mannschaft wieder gefangen – rechtzeitig vor dem Spiel gegen die „Königlichen“.

Und so darf man die Begegnung nicht nur als Spiel um Platz sieben in der Tabelle, sondern auch als eine Art Bewerbungsgespräch begreifen. Nach den jüngsten Pleiten Reals, würde eine erneute Niederlage Schusters Kollege Vanderlei Luxemburgo wohl endgültig den Job kosten. Schuster wiederum hat sich durch seinen Job bei Getafe auch in den erweiterten Kandidatenkreis gearbeitet. Neben den Herren Hitzfeld, Capello, Le Guen und Benitez wird der Alemàn als möglicher Nachfolger Luxemburgos gehandelt.

Dabei leugnet er auch nicht, dass er Real Madrid immer noch zu den Topadressen im europäischen Fußball zählt. „Wer die Chance hat, zu Real zu wechseln, der muss sie nutzen“, sagt der 44-Jährige. „Sollte Real auf mich zukommen, stehe ich am nächsten Tag auf dem Trainingsplatz“, sagt Schuster.

Vorsorglich hat Getafes Präsident Angel Torres Sánchez seinem Trainer schon mal einen neuen Vertrag unterzeichnen lassen. Sollte Schuster zu einem anderen Verein gehen, erhielte Getafe wenigstens eine Entschädigung.

Dabei macht Schuster die Arbeit bei Getafe „viel Spaß“, sagt er. Anders als im Vorjahr, als er sich bei Levantes immer wieder mit Präsident Villarroel angelegt hatte, kommt der als stur geltende Schuster in Getafe mit seinem Chef gut zurecht. „Ich spreche viel mit Herrn Torres. Wir packen die Dinge gemeinsam an.“

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