Fußball
Stange will nichts mit Saddam am Hut gehabt haben

Sein längst beendetes Irak-Abenteuer verfolgt Bernd Stange noch immer: "Ich hatte nichts mit Saddams Verbrechen zu tun", muss sich der einstige Nationaltrainer des Landes nun erneut verteidigen.

Trainer Bernd Stange ist erneut jeder Kritik an seinem einstigen Engagement im Irak entschieden entgegengetreten. "Ich hatte nichts mit Saddams Verbrechen zu tun", sagte Stange in einem Interview mit dem Magazin Stern (Donnerstag-Ausgabe) und zog einen Vergleich zum deutschen Weltmeister-Trainer von 1954, Sepp Herberger: "In Deutschland wäre ja auch niemand auf die Idee gekommen, Sepp Herberger für die Gräuel der Nazis haftbar zu machen, weil er 1938 seinen Vertrag als Reichstrainer unter Hitler unterschrieben hatte."

Um zu beweisen, dass er "des Fußballs, nicht des Geldes wegen da unten war", sei er nach dem Sturz Saddams im März 2003 im Irak geblieben. Ein Gehalt habe er nach dem Krieg nicht mehr bezogen: "Ich habe Fußbälle, Flüge für die Mannschaft, das Telefon von meinem Geld bezahlt."

Im Mai 2004 hatte Stange "auf dringendes Anraten der deutschen Botschaft" den Irak verlassen und seinen Job aufgegeben. Zuvor war er mit dem Tode bedroht worden, nachdem in irakischen Zeitungen ein Foto von ihm mit dem britischen Außenminister Jack Straw erschienen war. Der 57-jährige Stange arbeitet jetzt als Trainer bei Apollon Limassol auf Zypern.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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