Statt Schwarzmarkt: Bundesliga plant eigenen Ticketmarkt

Statt Schwarzmarkt
Bundesliga plant eigenen Ticketmarkt

Tickets zu Spitzenspielen werden auf dem Schwarzmarkt teilweise zu horrenden Preisen gehandelt. Dem will die Bundesliga nun eine Riegel vorschieben. Ein Projektgruppe arbeitet an eine neuen Ticketbörse.
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DüsseldorfDer Handel mit überteuerten Fußball-Tickets ruft die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf den Plan. Ende des Monats tritt nach Informationen des Handelsblatts (Montagausgabe) erstmals eine Projektgruppe zusammen, um für den deutschen Profifußball übergreifende Spielregeln für den Weiterverkauf auf dem sogenannten Zweitmarkt zu erarbeiten. „Wir haben eine Umfrage unter den 36 Profiklubs gestartet. Demnach sieht die Mehrheit die Notwendigkeit, über eine zentrale Zweitmarktlösung nachzudenken“, sagte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig dem Handelsblatt. „Wenn es eine überzeugende zentrale Ticketbörse gäbe, wäre dies ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung des Schwarzmarkts.“

Bis zum Sommer sollen dem Ligavorstand gemeinsame Regeln für den Weiterverkauf von Tickets zur Entscheidung vorgelegt werden, sagte Rettig. Der Projektgruppe gehören unter anderem Alexander Jobst, Marketingvorstand von Schalke 04, sowie Carsten Cramer, Marketingdirektor von Borussia Dortmund, an. „Es ist vernünftig, dass sich die Bundesliga jetzt in diesen Prozess einbringt“, sagte Cramer dem Handelsblatt. „Wir können den Fans die Ticketweitergabe nicht immer nur verbieten, ohne dauerhaft eine Alternativlösung anzubieten.“

Es ist zu erwarten, dass die Liga künftig die Weitergabe von Tickets nur zum Nennwert dulden wird. „Fairness sollte vor Gewinnmaximierung stehen“, sagte Rettig. Es geht darum, gewerbliche Trittbrettfahrer davon abzuhalten, die in der Bundesliga bewusst sozialverträglich gesetzte Preisstruktur auszuhebeln. „Die Liga braucht faire Preise für Fans.“ Auf Internet-Ticketbösen wie Viagogo sind Preisaufschläge, die ein Mehrfaches des Nennwerts betragen, keine Seltenheit. Mit juristischen Mitteln ist der intransparente Kartenhandel schwer zu stoppen.

Eine einheitliche Linie zu finden, fiel der Liga bisher schwer, denn Ticketing ist Hoheitsgebiet der Klubs. Einige Bundesligisten kassieren über Kooperationsverträge mit dem in der Schweiz registrierten Unternehmen Viagogo in teils siebenstelliger Höhe am Zweitmarkt mit. Andere Klubs positionieren sich klar gegen kommerzielle Plattformen: Nicht nur Preistreiberei auf dem Rücken der Fans erzürnt manchen Klubchef, sondern auch Sicherheitsprobleme können auftreten, wenn Eintrittskarten über Ticketbörsen in die falschen Hände geraten.

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  • Dieser ganze Mist mit den Tickets hört spätestens dann auf, wenn die Fußballfans mal das eine oder/und andere Wochenende nicht ins Stadion gehen würden. Das gilt natürlich nicht für die Dauerkartenbesitzer. Und auch solche Karten dürften nur vom Verein/Veranstalter direkt und zu kontrollierbaren Preisen bezogen werden.

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