Steigende Gehälter
BVB-Chefs profitieren vom „schwarz-gelben Wirtschaftswunder“

Die sportlichen Erfolge in Dortmund spiegeln sich auch in den Gehältern wider. 2013 erhalten die BVB-Bosse rund fünf Millionen Euro. Während sich Watzkes schlechtes Gewissen „in Grenzen“ hält, reagiert München mit Spott.
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LondonDas schwarz-gelbe Wirtschaftswunder macht sich auch für die Dortmunder Führungskräfte bezahlt. Dank famoser Geschäftszahlen zahlte die Borussia ihren Geschäftsführern Hans-Joachim Watzke und Thomas Treß ein Gehalt von insgesamt fast fünf Millionen Euro. Diese vom BVB veröffentlichten und im „Kicker“ unter der Überschrift „Boni für die Bosse“ verbreiteten Zahlen fanden große Beachtung. Fragen nach seinem hohen Einkommen begegnete Watzke mit Verweisen auf den Rekorderlös: „Wir haben den höchsten Gewinn in 50 Jahren Bundesliga erzielt. In solch einem außergewöhnlichen Jahr hält sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen.“

Watzke war von allen Führungskräften der größte Nutznießer. Das Einkommen des erfolgreichen BVB-Sanierers, unter dessen Regie deutlich mehr als 100 Millionen Euro Verbindlichkeiten abgebaut wurden, betrug laut Jahresabschluss 3,077 Millionen Euro. Neben seinem Festgehalt von 900 000 Euro und sonstigen Vergütungen von 21 000 Euro erhielt er Bonuszahlungen von 2,156 Millionen Euro.

Dass der 54 Jahre alte Unternehmer damit zumindest in der vorigen Saison der bestbezahlte Geschäftsführer eines Bundesligisten gewesen sein dürfte, brachte ihm einen verbalen Seitenhieb von Karl-Heinz Rummenigge ein. „Ich habe nichts dagegen, wenn es eine Kategorie gibt, in der Dortmund Tabellenführer ist“, stichelte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern in der „Bild“.

Es ist nicht auszuschließen, dass Watzke beim Gehalt schon im kommenden Jahr deutliche Abstriche machen muss. Schließlich wurden mehr als zwei Drittel seiner Bezüge als variable Komponenten in Form von Erfolgs- und Gewinnbeteiligung bezahlt. Nur wenn die Borussia deutlich besser abschneidet, als es die Planungsprämissen wie Gruppenphase Champions League, dritte Runde DFB-Pokal und erneuter Einzug in die europäische Königsklasse vorsehen, kann er sein hohes Gehaltsniveau halten.

Diese leistungsorientierte Vergütung findet die Zustimmung von BVB-Präsident Reinhard Rauball: „Man kann ja keine Zweifel haben, dass das, was Herr Watzke verdient, nach all den Erfolgen, die wir erreicht haben, berechtigt ist.“

Ähnlich wie Watzke und Treß profitierten auch Trainerstab und Profikader vom sportlichen Höhenflug und dem damit verbundenen warmen Geldregen. Immerhin 34,8 der insgesamt 87,7 Millionen Euro, die in diesem Bereich bezahlt wurden, flossen als Prämien. Und auch die Aktionäre sollen ein Stück vom Kuchen abbekommen. „Die Dividende wird voraussichtlich von sechs auf zehn Cent je Aktie steigen“, kündigte Watzke rund einen Monat vor der Aktionärsversammlung in einem Interview der „Wirtschaftswoche“ an.

Der BVB-Geschäftsführer rechnet nicht damit, dass sich der bereits vor zwei Monaten vermeldete Rekorderlös aus der vorigen Saison von rund 53 Millionen Euro so schnell wiederholen lässt. Für die kommende Saison nimmt er einen Gewinn im „einstelligen Millionenbereich“ ins Visier: „Das hohe Ebit lag zum Teil an außergewöhnlich hohen Transfereinnahmen, die wir sicher nicht in jedem Jahr generieren können, übrigens auch gar nicht wollen.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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