Steuer-Affäre im Fußball
Das absurde Wechseltheater um Cristiano Ronaldo

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„Ronaldo ist Spieler von Real Madrid und das wird er bleiben.“

Geschäftlich ist mit der Last der Steueranklage ein großes Risiko verbunden. Erstens könnte Ronaldo ausfallen, wenn er ins Gefängnis müsste. Dieses Risiko ist in Europa akut, weil er ja nicht der erste Fußballer ist, der in Spanien angeklagt wird. Die voraussichtliche Ablöse von 100 bis 200 Millionen Euro wäre dann wahrscheinlich verloren.

Zweitens kauft sich der neue Klub ein mögliches Image-Problem ein, das auch auf die großen Sponsoren ausgreifen könnte. Multinationale Konzerne haben jedoch kein Interesse, mit einer Anklage wegen Steuerhinterziehung in Verbindung gebracht zu werden. Sie dürften bei einem Transfer ihr Veto einlegen.

Drittens ist es möglich, dass sich einfache Fans angesichts der Millionensause des Fußballstars angewidert abwenden. Ronaldo ist ein Showstar, der so unfassbar gut verdient, weil Millionen in aller Welt diesen Sport gerne anschauen. Deshalb steht er jedoch nicht über den Gesetzen. Im Gegenteil, er sollte sich klar sein, wer ihn so reich gemacht hat: die Fans!

Kein Wunder also, dass der FC Bayern eigene Ronaldo-Gerüchte schnell dementiert. Das sei die „Ente des Tages“. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wollte am Montag als Reaktion auf eine Meldung aus Italien „doch ein- für allemal klarstellen, dass dieses Gerücht jeglicher Grundlage entbehrt und in das Reich der Fabel verwiesen werden muss“.

Auch Real Madrids Präsident Florentino Pérez ist Wechselgerüchten in mehreren Interviews entgegengetreten. „Niemand hat uns ein Angebot gemacht“, wiegelte Pérez im Gespräch mit dem spanischen Radiosender Onda Cero ab. „Nicht für Cristiano, nicht für (Alvaro) Morata, nicht für James (Rodríguez).“

Der spanischen Sportzeitung „Marca“ (Dienstag) versicherte er: „Ronaldo ist Spieler von Real Madrid und das wird er bleiben.“ Das italienische Fachblatt „Gazzetta dello Sport“ hatte am Wochenende berichtet, dass Ronaldo wegen der Affäre um angebliche Steuerhinterziehung den spanischen Rekordmeister und amtierenden Champions-League-Sieger Real Madrid verlassen wolle.

Reals Präsident ging bei Onda Cero auch auf die derzeitigen Ermittlungen gegen Ronaldo wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe ein. „All das ist sehr merkwürdig“, sagte Pérez. „Ich habe von all dem aus der Zeitung erfahren und von daher darf man keine Schlüsse ziehen.“ Er werde so bald wie möglich mit Ronaldo sprechen. „Wir werden sehen, was passiert.“

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  • Doch nicht nach Bayern, die würden doch NIEMALS einen Steuerhinterzieher verpflichten!!

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