Steueraffäre
„Hoeneß schadet dem Berufsstand“

Der Berufsverband für Aufsichtsräte legt Uli Hoeneß nahe, sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender beim FC Bayern München niederzulegen. Schließlich müsse der die Finanzen überprüfen. Doch der Betroffene denkt nicht daran.
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Solange keine Entscheidung im Steuerstrafverfahren gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden des FC Bayern München ergangen ist, ist die Integrität Hoeneß' als Kontrolleur eines Wirtschaftsunternehmens in Frage gestellt. Diese Ansicht vertritt die Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland (VARD).

Das Landgericht München hatte vergangene Woche die Anklage wegen Steuerhinterziehung zugelassen. Der Aufsichtsrat der FC Bayern AG hatte daraufhin seinem Vorsitzenden das Vertrauen für die Fortführung seines Amtes ausgesprochen. Hoeneß habe mehr als 30 Jahre lang hervorragende Dienste geleistet und sei eine wichtige Führungspersönlichkeit. Auch Hoeneß selbst denkt trotz der Anklageerhebung gegen ihn in seiner Steueraffäre nicht daran, seine Ämter beim Fußball-Rekordmeister aufzugeben. „Warum sollte ich?“, fragte der 61-Jährige nach einer Nachfrage des ZDF am Wochenende rhetorisch zurück. Allerdings hat er für Ende November den Rückzug von seinem Aufsichtsratsposten bei einer Tochter des Versicherungsriesen Allianz bekanntgegeben.

„Die FC Bayern AG ist eine Aktiengesellschaft wie jede andere auch“, meint Astrid Hamker, Vorstandsvorsitzende des Berufsverbands für Aufsichtsräte. Der Aufsichtsrat einer AG habe die Geschäftsführung, namentlich den Vorstand, zu überwachen. Hierzu zähle auch die Überwachung der Geschäftspolitik sowie andere grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung, insbesondere der Finanz-, Investitions- und Personalplanung. „Wenn durch ein laufendes Verfahren wegen Steuerhinterziehung Zweifel an dem persönlichen Finanzgebaren eines Aufsichtsrats und dessen Integrität aufkommen, wie kann diese Person gleichzeitig über Finanztransaktionen eines Unternehmens Aufsicht führen?“, fragt Hamker.

Das Festhalten am Mandat schädige das Ansehen des Berufstandes Aufsichtsrat im Allgemeinen und dem des Aufsichtsrates der Bayern München AG im Besonderen. „Herr Hoeneß sollte daher im eigenen Interesse und aus Verantwortung gegenüber seinem Verein, um den er jahrzehntelange Verdienste hat, bereit sein, persönliche Konsequenzen einzugehen und sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender der FC Bayern München AG niederlegen“, bekräftigt die Vorsitzende des Berufsverbandes.

Kommentare zu " Steueraffäre: „Hoeneß schadet dem Berufsstand“"

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  • Es ist wirklich nur noch zum Heulen, bei so viel weinerlicher Heuchelei! Dabei ist es im Grunde immer das selbe: Es sind vor allem die, die es nicht nötig hätten, die erst vor lauter (Raff)Gier den Hals nicht voll kriegen - und denen dann, wenn sie dummerweise erwischt werden, jene Größe und Einsicht fehlt, die nötig wäre, um mit Anstand den unausweichlichen Rückzug von sich aus anzutreten und so den (gesellschaftlichen) Schaden in Grenzen zu halten! Fait: Sein Verhalten ist eine Schande für Deutschland und der Rücktritt aus allen öffentlichen Ämtern ist unvermeidlich!

  • ..da zeigt es sich doch, was für Charakter Mitglieder des FCB haben, nämlich einen miesen Charakter, genau wie Hoeneß und der vorbestrafte Rummenigge.

  • Die Steueraffäre ist ja nur ein Kritikpunkt. Warum hat Hoeneß vom ehemaligen Adidas Chef überhaupt Geld zum Spekulieren bekommen? Schon von Anfang an war die Geschichte nicht sauber. Hier sollten auch die Herren Kollegen vom Aufsichtsrat ansetzen. Man stelle sich vor, ein Einkäufer von Audi bekommt von einem Lieferanten, für was auch immer, zinsfrei Geld zur Verfügung gestellt, dass er dann irgendwann zurückzahlen soll. Ach ja, aber nur weil er auch ein guter Freund geworden ist. Mit der eigentlichen Geschäftsbeziehung hat das dann nichts zu tun.

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