Steuerskandal in der Serie A: Italienischer Fußball gerät ins „Abseits“

Steuerskandal in der Serie A
Italienischer Fußball gerät ins „Abseits“

Der neue Fußballskandal in Italien übertrifft alle anderen, von „Totonero“ bis zu „Calciopoli“. Steuerfahnder ermitteln gegen Manager und Spieler wegen Steuerflucht. Es geht um Millionen und Klubs mit Realitätsverlust.

RomDie Staatsanwaltschaft von Neapel hätte keinen passenderen Namen finden können für die Ermittlungen gegen Vereine, Manager und Spieler wegen Steuerhinterziehung, die am Dienstag ein Erdbeben in Italien auslösten: „Abseits“ heißt die Untersuchung, in der gegen 64 Personen ermittelt wird. Der Vorwurf lautet Steuerhinterziehung und falsche Rechnungen zur Vertuschung von Bilanzmanipulationen. Es geht unter anderem um Betrügereien bei Transfers von Spielern.

Die Zahlen sind erschlagend: Gegen 35 von insgesamt 42 Vereinen der ersten und zweiten Liga wird ermittelt, die Staatsanwaltschaft hat auf Anweisung der Untersuchungsrichterin Luisa Toscani bei 58 der Personen im Fadenkreuz der Ermittler Grundstücke, Gelder und andere Vermögen von rund zwölf Millionen Euro beschlagnahmt. Ermittelt wird auch gegen die „Bigs“ der Vereine AC Mailand, der immer noch Silvio Berlusconi gehört, Klose-Verein Lazio Rom und SSC Neapel, derzeit Tabellenführer der Serie A.

Die „Gazzetta dello Sport“, die Bibel der Fußballfans in Italien, hat die Namen der Angeklagten komplett veröffentlicht. Darunter sind der Geschäftsführer des AC Mailand, Adriano Galliano, der Vorsitzende des SSC Neapel, Aurelio De Laurentiis, Lazio-Präsident Claudio Lotito und Palermo-Präsident Maurizio Zamparini. Zudem wird gegen Nationalspieler Gabriel Paletta, Milan-Profi Antonio Nocerino, Bergamo-Stürmer German Denis und den ehemaligen Inter- und Parma-Stürmer Hernan Crespo ermittelt.

Die Reaktionen waren vorhersehbar und ziemlich unisono. Der AC Mailand erklärte, die Verdächtigungen seien „unbegründet“. Die Sache werde bald aufgeklärt und zu den Akten gelegt. Neapel-Chef De Laurentiis betonte, die Ermittlungen beunruhigten ihn nicht, da sie völlig aus der Luft gegriffen seien. Und auch alle anderen Betroffenen wiegeln ab: Unbegründeter Verdacht, damit haben wir nichts zu tun, wir wissen von nichts, so heißt es aus den Clubs.

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