Steuersünder

Entscheidung über Hoeneß-Prozess zieht sich

Die Entscheidung über einen Prozess gegen den Bayern-Präsidenten zieht sich hin. Frühestens im Oktober wird das Landgericht München über eine Anklage im Steuerfall Hoeneß entscheiden. Grund ist eine verlängerte Frist.
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Ob Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung vor Gericht muss, entscheidet sich erst im Oktober. Quelle: AFP

Ob Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung vor Gericht muss, entscheidet sich erst im Oktober.

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MünchenDie Entscheidung über einen Strafprozess gegen den FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß wegen Steuerhinterziehung zieht sich in die Länge. Frühestens in der zweiten Oktoberhälfte werde das Landgericht München über eine Zulassung der Anklage entscheiden, sagte ein Justizsprecher am Montag. Hoeneß' Anwälten sei eine verlängerte Frist zur Stellungnahme bis zum 15. Oktober gewährt worden. „Vor diesem Zeitpunkt ist mit einer Entscheidung über die Eröffnung nicht zu rechnen“, sagte der Sprecher.

Hoeneß hat eingeräumt, ein Konto in der Schweiz über Jahre vor dem Finanzamt verheimlicht zu haben, und sich selbst angezeigt. Medienberichten zufolge ging es um Beträge in Millionenhöhe. Die Selbstanzeige war allerdings fehlerhaft, weshalb die Staatsanwaltschaft Ende Juli Anklage wegen Steuerhinterziehung erhob. Damals hatte die Wirtschaftsstrafkammer den Anwälten zunächst bis Ende August Zeit gegeben, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Der Fall löste eine breite öffentliche Diskussion über das Thema Steuerehrlichkeit aus. Der FC Bayern und seine Sponsoren wie Adidas, Volkswagen und die Deutsche Telekom stellten sich geschlossen hinter Hoeneß.

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  • rtr
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15 Kommentare zu "Steuersünder: Entscheidung über Hoeneß-Prozess zieht sich"

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  • Ihre Fürsprache der Bayerischen Justiz in Ehren.
    Es wird nicht bestritten, dass Bayern eine unabhängige Rechtsprechung hat. In der causa Hoeneß hat man das Gefühl dass die Bayerische Justiz sich schwerfällig verhält. Die Schwerfälligkeit kann aus verschiedenen Gründen resultieren. Wie heißt es noch so schön Gefühle können täuschen.

  • Ihre Vermutung über den Grund der "Fristverlängerung" erscheint zwar nicht völlig abwegig zu sein!- Aber da wir ja in Bayern - quasi beispielhaft für ganz Deutschland - "eine unabhängige Rechtsprechung" haben, die sich überhaupt nicht durch irgendwelche (partei)politischen Zusammenhänge in der Behandlung des "Falls Hoeneß" beeinflussen lassen würde, dürfte auch klar sein warum der Fristverlängerung stattgegeben wurde.- Alles andere wäre aus diesem Grunde dann doch völlig abwegig zu vermuten...

  • Ich kann das arrogante Face von Hoeneß in den Printmedien nicht mehr sehen.
    Der gehört mindestens gerecht bestraft, wie das für anderen Steuersünder schon bei viel geringeren Beträgen der Fall ist. Deshalb 10 Jahre Kanst mit Feststellung der besonderen Schwere der Straftat. Dann wird sein Face schon sehr viel natürlicher wirken.

  • Was mich an dieser eigentlich sehr schlimmen Sache so reizt, ist das eher zufällige, fast zeitgleiche, Fern-duell der allseitig bekannten Herren Wulff, bei dem es lediglich um eine "unerwünschte Annahme" von knapp 800 (!) € ging und Hoeneß.
    Sollten beide Verfahren zugelassen werden, dann hat die Justiz schon jetzt schlechte Karten, da die Schere des Strafregisters nie so weit auseinandergehen wird, wie es dieser juristische Vergleich "Veruntreuung" gegen
    "Vorteilsannahme" bei diesen völlig unterschiedlichen Geld-Summen eigentlich zu erwarten wäre!

  • ,,Das die Rechtsanwälte von Hoeneß einen Fristverlängerungsantrag gestellt haben, ist legitim.
    Die Frage ist warum.
    Ein Fristverlängerungsantrag ist an bestimmte Kriterien gebunden.
    Sollte der Fristverlängerungsantrag mit den bevorstehenden Wahlen Landtagswahl Bayern 15.9.2013 sowie mit der Bundestagswahl 22.9.2013 im Zusammenhang stehen, dann hätte die Bayerische Justiz eine ,,ermogelte" Fristverlängerung zugestimmt.

    Bei der Landtagswahl in Bayern 15. September 2013 entscheiden die Bürger über die Zusammensetzung des 17. Bayerischen Landtages.Darüber hinaus finden am 15.9.2013 fünf Volksentscheide zur Änderung der Bayerischen Verfassung statt.

  • bravo

  • ...dann sollten Sie sich doch eher zum "Fan des Steuerhinterziehens" erklären. Was hier polarisiert, ist doch nicht der sportliche Erfolg der Münchner, sondern die offensichtlich gewordene Verlogenheit von Hoeneß (ich bin der vermeintliche Gutmensch, der bedürftige Vereine rettet, etc.). So wie Sie, schlagen sich leider viele München-Fans jetzt auf die Seite des Unrechts. Der Erfolg heiligt eben nicht alle Mittel, denken Sie mal darüber nach.
    Damit wird Steuerhinterziehung einmal mehr zum Kavaliersdelikt verharmlost!

  • "...macht mich dazu" sollte das natürlich heißen. (:
    Leider gibt"s hier keine Korrekturmöglichkeit.

  • Ich war nie Hoeneß- oder FCBayern-Fan.
    Aber der gehässige Umgang mit ihm machen mich dazu!
    Was ist Neid?
    Die höchste Form der Anerkennung!

  • Hatte das schon mal in ähnlicher Form gepostet.
    Sollte es tatsächlich zur Anklage kommen, dann ist es in Bayern kurz davor, daß die Kommunisten die Macht übernehmen :-))

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