Stimmen zum Spiel Deutschland - Kroatien
Frings: „Wir haben ohne jede Überzeugung gespielt“

Während das deutsche Team nach dem 1:2 gegen Kroatien Ursachenforschung betreibt, war Slaven Bilic mit seinen Spielern sehr zufrieden. Die Stimmen zum Spiel.

Die 1:2-Niederlage der Nationalmannschaft bei der Euro gegen Kroatien hat im deutschen Lager für Enttäuschung gesorgt. Die siegreichen Kroaten waren hingegen stolz und zufrieden. Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die Stimmen zum Spiel gesammelt.

Joachim Löw (Bundestrainer): "Es ist schwer, so kurz nach dem Spiel eine Einzelkritik zu üben. Aber alle Spieler sind unter ihren Möglichkeiten geblieben. In der ersten zehn, 15 Minuten hatten wir kein Tempo und keine Konsequenz in der Zweikämpfen. Nach dem Gegentor waren wir nicht in der Lage, das Tempo zu halten, hatten keine Präzision, uns die Bälle zuzuspielen. Wir haben es nicht geschafft, unser Spiel durchzubringen. Wir waren weit entfernt von der Leistung, die wir gegen Polen gezeigt haben. In der 2. Hälfte haben wir ohne Druck und Flanken gespielt. Zwischen Mittelfeld und Sturm bestand keine Kompaktheit, das hat es der Abwehr schwer gemacht. Schweinsteiger hat den Gegenspieler nicht geschlagen, aber er hat ihn zu Boden gestoßen. Vor dem Spiel haben wir noch gesagt, dass wir uns nicht provozieren lassen dürfen."

Slaven Bilic (Trainer Kroatien): "Wir haben die Räume eng gemacht und die Flügel zugestellt. Damit haben wir es den Deutschen schwer gemacht. Ich bin mit allen Spielern zufrieden, sonst kann man nicht gegen eine Mannschaft wie Deutschland nicht gewinnen."

Oliver Bierhoff (Teammanager Deutschland): "Man darf sich in so einem Turnier keine Schwächen erlauben, aber das haben wir heute getan. Wir haben den Kroaten zu viel Luft und Raum gelassen. Jetzt müssen wir im letzten Gruppenspiel unbedingt gegen Österreich gewinnen. Wir wissen, wie groß die Rivalität zwischen beiden Teams ist und vor allen Dingen in Wien wird das ein ganz heißer Tanz."

Philipp Lahm (Deutschland): "Wir haben schlecht angefangen, läuferisch zu wenig gebracht. In der 2. Halbzeit haben wir alles gegeben, waren spielerisch besser und haben uns Torchancen erarbeitet. Aber es sollte nicht sein. Wir wollten uns heute qualifizieren, das ist uns nicht gelungen. Man darf jetzt nicht alles schlecht machen."

Michael Ballack (Deutschland): "Wir haben schwer ins Spiel gefunden. Die Kroaten waren bissiger, haben uns gut zugestellt. Wir haben uns zu wenig bewegt. Wir haben vielleicht gedacht, wir hätten schon etwas erreicht. Wir waren in allen Bereichen ein paar Prozent schlechter als gegen Polen. Jetzt müssen wir das letzte Spiel gegen Österreich unbedingt gewinnen."

Niko Kovac (Kroatien): "Wir haben die Deutschen mit ihren eigenen Mitteln geschlagen. Wir haben gut verteidigt, gut verschoben und kämpferisch dagegengehalten. Wir hatten heute den größeren Willen und das größere Herz. Ich freue mich natürlich über den Sieg, aber ich bin gebürtiger Berliner und würde mich deshalb freuen, wenn es die Deutschen trotzdem ins Viertelfinale schaffen würden."

Miroslav Klose (Deutschland): "Nach dem Polen-Spiel war das wieder ein Rückschritt. Wir sind überhaupt nicht als Mannschaft aufgetreten. Jeder hat sein eigenes Ding gemacht, dann kommt so etwas dabei heraus. Wir müssen uns gegen Österreich um 60, 70 Prozent steigern."

Christoph Metzelder (Deutschland): "Wir wissen, dass wir nicht gut gespielt haben, aber es war kein Debakel. Da sollte man in der Bewertung vorsichtig sein. Bei der EM spielen ausnahmslos gute Mannschaften. Wir sind keine Portugiesen und Spanier, wir müssen für den Erfolg mehr tun."

Mario Gomez (Deutschland): "Wir müssen nach vorne schauen, aber gegen Kroatien waren wir zu behäbig und haben uns zu wenig bewegt. So kann man kein Spiel gewinnen. Persönlich muss ich sagen, war ich schon im ersten Spiel nicht mit meiner Leistung zufrieden, und das Gleiche gilt auch für das zweite Spiel."

Torsten Frings (Deutschland): "Wir haben heute ohne jede Überzeugung gespielt. Wir haben uns viel zu wenig zugetraut. So geht es nicht. Jetzt müssen wir unbedingt gegen die Österreicher gewinnen, aber das geht nur, wenn wir wieder Laufbereitschaft zeigen."

Clemens Fritz (Deutschland): "Wir haben den Kroaten heute viel zu viel Freiraum gelassen. Das geht natürlich nicht. Grundsätzlich muss man sagen, dass wir nicht das umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen hatten. Aber es bringt auch nichts, den Kopf jetzt in den Sand zu stecken."

Per Mertesacker (Deutschland): "Wir haben jetzt ein Endspiel vor der Brust. Da müssen wir wieder unser wahres Gesicht zeigen. Wir haben jetzt zu wenig Zeit, Grundsätzliches zu diskutieren. Wir müssen uns in vier Tagen ganz stark präsentieren, sonst sind wir raus."

Jens Lehmann (Deutschland): "Das war natürlich sehr enttäuschend für uns. Wir haben heute nicht mit vollem Herzen gespielt, waren zudem zu mutlos. Jetzt stehen wir gegen Österreich unter Druck, aber damit müssen wir zurechtkommen. Wir haben eine gute Mannschaft."

Josip Simunic (Kroatien): "Der Sieg ist höher einzustufen als unser Erfolg in der EM-Qualifikation im Wembley. Wir waren über 90 Minuten die klar bessere Mannschaft und haben den Gegner dominiert. Das war eine fast perfekte Leistung."

© SID

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