Streit um Bildrechte vor Gericht
Hat Messi seine Millionen vor der Steuer versteckt?

An diesem Dienstag beginnt der Prozess gegen den wertvollsten und am besten verdienenden Fußballer der Welt: Lionel Messi. Er soll Millionen-Einnahmen aus Bildrechten in Scheinfirmen vor der Steuer versteckt haben.
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MadridEr ist gewohnt, im Rampenlicht zu stehen und die Schlagzeilen zu beherrschen. Doch dieses Mal dürften ihm die Scheinwerfer überaus unangenehm sein: An diesem Dienstag beginnt der Gerichtsprozess gegen Fußballheld Leo Messi und seinen Vater wegen Steuerhinterziehung. Der hoch dekorierte und am besten verdienende Kicker der Welt muss selbst am Donnerstag aussagen.

Der fünffache Weltfußballer hat stets beteuert, dass sich ausschließlich sein Vater um „la plata“ (das Geld) gekümmert habe.  Die Staatsanwaltschaft will deshalb auch nur den Vater verurteilt sehen. Doch das spanische Finanzamt als Geschädigter klagte Lionel Messi mit an. Dem Duo wird vorgeworfen, zwischen 2007 und 2009 insgesamt 4,1 Millionen Euro am Finanzamt vorbei geschleust zu haben.

Vater und Sohn sollen Einkünfte von Bildeinnahmen über ein Netz von Scheinfirmen verteilt und so vor der Steuer versteckt haben. Mit dem Modell steht Messi in Spanien nicht alleine da. Auch seinen Klubgefährten Javier Mascherano verurteilte ein Gericht Anfang des Jahres wegen des gleichen Konstrukts zu 800.000 Euro Strafe.

Eine mögliche Erklärung könnte die gängige Entlohnungspraxis der Stars in Spanien sein. Dort ist es üblich, dass Spieler nicht nur ihr normales Gehalt überwiesen bekommen. „Die Top-Spieler besitzen darüber hinaus auch noch eine Gesellschaft, in die Einnahmen für ihre Bildrechte fließen“, sagt Sandalio Gómez, Chef des Zentrums für Sport Business Management an der Business School IESE in Barcelona, dem Handelsblatt. Die Gründung eigener Gesellschaften ist nicht illegal und lohnt sich in der Regel, weil die Einnahmen dann anders versteuert werden.

Bei Messis Club, dem FC Barcelona, erhielten die Spieler die kompletten Einnahmen aus ihren Bildrechten, erklärt Gómez. Andere Vereine wie Barcelonas Erzrivale Real Madrid kassierten dagegen die Hälfte der Bildeinnahmen selbst. „Wenn die Klubs sich die Bildrechte mit den Spielern teilen, kontrollieren die Vereine natürlich als erste, dass alles korrekt versteuert wird“, so der Sportwissenschaftler. „Das Modell des FC Barcelona erleichtert dagegen Betrug.“

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Modell von Real Madrid ist auch anfällig

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  • Einfach zu blöd dieser Fink-Troll

  • Die SPD möchte die Vollmachten des Staates beim Verdacht der Steuerhinterziehung massiv ausbauen. Die Bürger sollen künftig im Zuge der Beweislastumkehr beweisen müssen, dass Gelder auf ihrem Konto über einen rechtmäßigen Vorgang aufscheinen.

  • Liebe Fans,

    ihr fahrt euer Geld doch wöchentlich Schubkarrenweise in die Stadien und wundert euch, wenn die den Spielern das Geld zu Kopf steigt. Diese es dann nicht für nötig sehen ordnungsgemäß ihre Einnahmen zu erklären oder dann meinen einen Luxusschlitten ohne Führerschein zu chauffieren usw.

    Wenn Geld dann den wahren Charakter und Persönlichkeit lange genug verdeckt haben, sollte man sich über nichts wundern.

    Es sind bestimmt etliche Spieler dabei, die wir im "realen Leben" nicht uns als Nachbarn wünschen würden.

    Aber genauso dürfte es auch umgekehrt sein. So ist das Leben, dass gilt auch für die Fußballspieler.






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