Streit um Bildrechte vor Gericht

Hat Messi seine Millionen vor der Steuer versteckt?

An diesem Dienstag beginnt der Prozess gegen den wertvollsten und am besten verdienenden Fußballer der Welt: Lionel Messi. Er soll Millionen-Einnahmen aus Bildrechten in Scheinfirmen vor der Steuer versteckt haben.
Update: 31.05.2016 - 08:53 Uhr 7 Kommentare
Dem Weltfußballer wird vorgeworfen Steuern hinterzogen zu haben. Quelle: AFP
Lionel Messi

Dem Weltfußballer wird vorgeworfen Steuern hinterzogen zu haben.

(Foto: AFP)

MadridEr ist gewohnt, im Rampenlicht zu stehen und die Schlagzeilen zu beherrschen. Doch dieses Mal dürften ihm die Scheinwerfer überaus unangenehm sein: An diesem Dienstag beginnt der Gerichtsprozess gegen Fußballheld Leo Messi und seinen Vater wegen Steuerhinterziehung. Der hoch dekorierte und am besten verdienende Kicker der Welt muss selbst am Donnerstag aussagen.

Der fünffache Weltfußballer hat stets beteuert, dass sich ausschließlich sein Vater um „la plata“ (das Geld) gekümmert habe.  Die Staatsanwaltschaft will deshalb auch nur den Vater verurteilt sehen. Doch das spanische Finanzamt als Geschädigter klagte Lionel Messi mit an. Dem Duo wird vorgeworfen, zwischen 2007 und 2009 insgesamt 4,1 Millionen Euro am Finanzamt vorbei geschleust zu haben.

Vater und Sohn sollen Einkünfte von Bildeinnahmen über ein Netz von Scheinfirmen verteilt und so vor der Steuer versteckt haben. Mit dem Modell steht Messi in Spanien nicht alleine da. Auch seinen Klubgefährten Javier Mascherano verurteilte ein Gericht Anfang des Jahres wegen des gleichen Konstrukts zu 800.000 Euro Strafe.

Eine mögliche Erklärung könnte die gängige Entlohnungspraxis der Stars in Spanien sein. Dort ist es üblich, dass Spieler nicht nur ihr normales Gehalt überwiesen bekommen. „Die Top-Spieler besitzen darüber hinaus auch noch eine Gesellschaft, in die Einnahmen für ihre Bildrechte fließen“, sagt Sandalio Gómez, Chef des Zentrums für Sport Business Management an der Business School IESE in Barcelona, dem Handelsblatt. Die Gründung eigener Gesellschaften ist nicht illegal und lohnt sich in der Regel, weil die Einnahmen dann anders versteuert werden.

Die bestverdienenden Sportler 2015
Platz 23: Neymar (31 Millionen Dollar)
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Der Brasilianer Neymar verdient beim FC Barcelona insgesamt 14 Millionen Dollar, aus Werbeeinnahmen kommen noch 17 Millionen hinzu. So kommt der Kapitän der Selecao auf ein Jahreseinkommen von 31 Millionen Dollar, ergaben Berechnungen des US-Magazins Forbes. Es hat eine Liste mit den 100 am besten bezahlten Sportlern erstellt.

Platz 21: Sebastian Vettel (33 Millionen Dollar)
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Fast schon abgeschlagen liegt der viermalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel auf dem 21. Rang der Top-Verdiener im Sport. Die Scuderia Ferrari zahlt dem Heppenheimer 32 Millionen Dollar im Jahr, die Werbeeinnahmen des Deutschen sind mit einer Million Euro jedoch vergleichsweise bescheiden. Macht einen Jahresverdienst von 33 Millionen Dollar.

Platz 10: Kobe Bryant (49,5 Millionen Dollar)
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Der Basketball-Gigant Kobe Bryant kündigte erst kürzlich sein Karriereende zum Abschluss der laufenden Saison an. Derzeit liegt er mit 49,5 Millionen Dollar noch auf Platz zehn der bestverdienenden Sportler der Welt. 23,5 Millionen davon zahlt ihm sein Klub LA Lakers, satte 26 Millionen Dollar generiert Bryant aus Werbeverträgen.

Platz 9: Tiger Woods (50,6 Millionen Dollar)
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Sportlich läuft es für den einstigen Golf-König Tiger Woods aktuell eher nur noch so mittel, finanziell spielt er dennoch weiterhin in der ersten Liga. Das liegt vor allem an seinen fetten Werbedeals: Während Woods im vergangenen Jahr gerade einmal 600.000 Dollar an Preisgeldern ergolfen konnte, sahnte er satte 50 Millionen aus Werbeverträgen ab.

Platz 8: Phil Mickelson (50,8 Millionen Dollar)
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Ähnlich sieht es bei Golf-Urgestein Phil Mickelson aus. Der 45-jährige Amerikaner verdiente immerhin noch 2,8 Millionen Dollar an Preisgeldern, aus seinen Werbedeals zog er allerdings 48 Millionen. Macht insgesamt 50,8 Millionen Dollar Verdienst im Jahr 2015.

Platz 7: Kevin Durant (54,2 Millionen Dollar)
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Kevin Durant spielt in der NBA für Oklahoma City. Der Klub überweist dem Power Forward, der auch als Schauspieler arbeitet, 19,1 Millionen Dollar. Aus seinen Werbedeals bezieht Durant 35 Millionen Dollar. Nach dem Start seiner Karriere in der NBA unterschrieb Kevin Durant einen mit 60 Millionen US-Dollar dotierten Werbevertrag über eine Laufzeit von 7 Jahren mit dem US-amerikanischen Sportartikelhersteller Nike. Neben einer Bekleidungskollektion wurde Durant mit einer eigenen Schuhlinie ausgestattet. Am 1. September 2014 gab Durant via Twitter seine Vertragsverlängerung mit Nike bekannt. Der neue, über 10 Jahre laufende Vertrag, sichert Durant Einnahmen in Höhe von 350 Millionen US-Dollar und macht ihn damit zu einem der bestverdienenden Sportler der Welt

Platz 6: LeBron James (64,8 Millionen Dollar)
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Er gilt als der derzeit beste Basketballer der Welt – und lässt sich das ordentlich bezahlen. LeBron James von den Cleveland Cavaliers bekommt vom Klub im Jahr 20,8 Millionen Dollar, durch Werbeeinnahmen von 44 Millionen Dollar macht das einen Jahresverdienst von 64,8 Millionen Dollar. Als Werbegesicht wirkt der Basketballer: Nike hat mit ihm nun - erstmals in der 44-jährigen Firmen-Geschichte - einen Vertrag auf Lebenszeit abgeschlossen. „Wir haben über die vergangenen zwölf Jahre ein starkes LeBron-Business aufgebaut und wir sehen das Potential, dass dies bis an sein Karriere-Ende und darüber hinaus andauert“, teilte Nike mit. Die Firma aus dem US-Bundesstaat Oregon hatte zwischen Februar 2014 und Januar 2015 James-Schuhe im Wert von 340 Millionen Dollar verkauft.

Bei Messis Club, dem FC Barcelona, erhielten die Spieler die kompletten Einnahmen aus ihren Bildrechten, erklärt Gómez. Andere Vereine wie Barcelonas Erzrivale Real Madrid kassierten dagegen die Hälfte der Bildeinnahmen selbst. „Wenn die Klubs sich die Bildrechte mit den Spielern teilen, kontrollieren die Vereine natürlich als erste, dass alles korrekt versteuert wird“, so der Sportwissenschaftler. „Das Modell des FC Barcelona erleichtert dagegen Betrug.“

Modell von Real Madrid ist auch anfällig
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7 Kommentare zu "Streit um Bildrechte vor Gericht: Hat Messi seine Millionen vor der Steuer versteckt?"

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  • Einfach zu blöd dieser Fink-Troll

  • Die SPD möchte die Vollmachten des Staates beim Verdacht der Steuerhinterziehung massiv ausbauen. Die Bürger sollen künftig im Zuge der Beweislastumkehr beweisen müssen, dass Gelder auf ihrem Konto über einen rechtmäßigen Vorgang aufscheinen.

  • Liebe Fans,

    ihr fahrt euer Geld doch wöchentlich Schubkarrenweise in die Stadien und wundert euch, wenn die den Spielern das Geld zu Kopf steigt. Diese es dann nicht für nötig sehen ordnungsgemäß ihre Einnahmen zu erklären oder dann meinen einen Luxusschlitten ohne Führerschein zu chauffieren usw.

    Wenn Geld dann den wahren Charakter und Persönlichkeit lange genug verdeckt haben, sollte man sich über nichts wundern.

    Es sind bestimmt etliche Spieler dabei, die wir im "realen Leben" nicht uns als Nachbarn wünschen würden.

    Aber genauso dürfte es auch umgekehrt sein. So ist das Leben, dass gilt auch für die Fußballspieler.






  • Nix, der hat noch Geld, weil er keine Steuern zahlt.

  • Spricht etwas gegen diesen Messie als Nachbarn?

  • Man kann nur noch im Hotel friedlich wohnen, überall wo anders stellt einem der Staat solch merkwürdige Urkunden über Steuern zu.

  • Unglaublich wie man als hart arbeitender Sportler von den staatlichen Organen verfolgt wird.
    Hätte der Gute mal in Schiffe investiert wäre ihm das nicht geschehen.

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