Fußball
Streit um WM-Kongress geht weiter

Der weiß-blaue WM-Zug ist ins Stottern geraten, aber mit den Visionen erlesener Experten will das Fußball-Land Bayern 317 Tage vor der Weltmeisterschaft sein angekratztes Image aufpolieren.

dpa MüNCHEN. Der weiß-blaue WM-Zug ist ins Stottern geraten, aber mit den Visionen erlesener Experten will das Fußball-Land Bayern 317 Tage vor der Weltmeisterschaft sein angekratztes Image aufpolieren.

Nach zähem Ringen um interessierte Kundschaft und politischem Streit soll die internationale Konferenz „Visions of Football“ vom 27. bis zum 29. Juli in München die wichtige Rolle des Freistaats für die WM unterstreichen und gleichzeitig die weltweite Fußballgemeinde über neue Erkenntnisse und Fortschritte bei der „schönsten Nebensache der Welt“ informieren.

Statt des von Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber angekündigten „Paukenschlags“ zum Start des WM-Jahres ist die millionenschwere Konferenz allerdings von Dissonanzen begleitet. Wegen mangelhafter Vorbereitung wurde der Chef der von der bayerischen Regierung eingesetzten „Task Force“, Harald Vorleuter, von seinem Amt abberufen. Pleiten und Pannen bei der Organisation des 3,73 Mill. Euro teuren WM-Rahmenprogramms lieferten Stoff für Parteien-Zoff.

Nach einer Anhörung im Parlament sollen die Planungsfehler nun erneut den bayerischen Landtag beschäftigen. Grünen-Fraktionschef Sepp Dürr will der Staatsregierung einen Fragenkatalog vorlegen und dabei unter anderem wissen, an wie viele Teilnehmer der Münchner Konferenz verbilligte oder kostenlose Karten abgegeben wurden, um die Anmeldezahlen nach oben zu treiben. Der Bericht des von Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) eingeschalteten Rechnungshofes wird frühestens im September erwartet.

Franz Beckenbauer, der die Schirmherrschaft über die rund zwei Mill. teure Veranstaltung übernommen hat, ist trotz der Misstöne vom Erfolg des Kongresses überzeugt. Einen Monat nach dem Confederations Cup und zehneinhalb Monate vor dem Anpfiff des großen Fußballfestivals biete er dem WM-Ausrichter die Gelegenheit, sich der Welt auf einer ganz anderen Plattform zu präsentieren, sagte der Präsident des WM-Organisationskomitees: „Das Beste, was es im deutschsprachigen Raum im Fußball gibt, ist in München dabei.“

Weltverbands-Präsident Joseph Blatter, der mit seinem Hauptreferat zum Thema „Fußball und Gesellschaft“ die Tagung eröffnet, sieht in der Konferenz eine „ideale Plattform, um die weltweite Fußballgemeinde an den Fortschritten im Fußball teilhaben zu lassen.“ 1 300 Teilnehmer haben sich nach Angaben des Veranstalters angemeldet. Wie viele Gäste jedoch tatsächlich die Gebühr von 1 250 Euro pro Kopf entrichten, ist nicht auszumachen.

Für den nicht unerheblichen Obulus bietet die Konferenz ein Programm, das sich mit dem Fußball und dessen Beziehung zur Gesellschaft, zur Medizin, zum Training, zur Wirtschaft und zu den Medien befasst. DFB-Präsident Theo Zwanziger, Urs Linsi, Generalsekretär des Weltverbandes Fifa, Uefa-Präsident Lennart Johansson oder Daniel Jordaan, OK-Chef der WM 2010 in Südafrika, gehören zu den Referenten oder Teilnehmern einer Podiumsdiskussion, an der sich auch Stoiber und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude beteiligen.

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