Streit um WM-Maskottchen Goleo
Einstweilige Verfügung gegen „Öko-Test“

Um das offizielle WM-Maskottchen ist Streit entbrannt. Die Zeitschrift "Öko-Test" wirft dem Spielwarenhersteller "Nici" vor, der Plüsch-Löwe enthalte gesundheitsgefährdende Stoffe. "Alles quatsch", sagt das fränkische Unternehmen und setzt sich gegen den Rufmord zur Wehr.

HB MüNCHEN. Das Landgericht Coburg hat der Zeitschrift "Öko-Test" untersagt, Giftvorwürfe in Bezug auf das WM-Plüschmaskottchen Goleo IV zu wiederholen. Das Gericht gab dem Antrag des fränkischen Spielwarenhersteller Nici auf einstweilige Verfügung statt und drohte in dem am Donnerstag veröffentlichtem Beschluss der Zeitschrift bei einem Verstoß eine Geldstrafe von 250 000 Euro an.

"Öko-Test" hatte in seiner Juni-Ausgabe unter Berufung auf Labortests berichtet, der Plüsch-Löwe enthalte erhöhte Mengen des Weichmachers Dibutylzinn (DBT). "Wir raten daher davon ab, das Stofftier im Siegestaumel allzusehr zu knuddeln", heißt es im Magazin. "Bereits kleine Mengen genügen, um das Immun- und Hormonsystem von Tieren und vermutlich auch des Menschen zu beeinträchtigen."

Die insolvente Nici argumentierte, der von der Weltgesundheitsorganisation WHHO festgelegte Grenzwert werde bei Goleo deutlich unterschritten. "Öko-Test behauptet einen Wert, der voraussetzen würde, dass das gesamte Plüschtier mitsamt allem darin befindlichen DBT innerhalb eines Tages von einem Kleinkind mit zehn Kilogramm Gewicht verzehrt und vollends in den Körper aufgenommen wird", teilte Nici am Donnerstag unter Berufung auf nicht näher genannte Experten mit. Insolvenzverwalter Michael Jaffe kündigte an, Schadenersatzansprüche gegen das Magazin zu prüfen, da durch den Bericht bereits abschlussreif ausgehandelte Neugeschäfte geplatzt seien.

Die stellvertretende "Öko-Test"-Chefredakteurin Karin Schumacher kündigte jruistische Schritte gegen die Entscheidung des Gerichts an. Das beauftragte Labor habe ein Vielfaches des WHO-Grenzwertes in Goleo gefunden, betonte sie. "Man kann ein Spielzeug auch ohne oder mit viel niedrigeren Dosierungen von zinnorganischen Verbindungen herstellen", sagte Schumacher. Bislang habe der Hersteller, der auch im Vorfeld nicht mit den Testern zusammenarbeiten habe wollen, kein Gegengutachten vorgebracht, das andere Laborwerte aufweise.

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