Studie
Fußball-Bundesliga hängt die Konkurrenz im Inland ab

Die Fußball-Bundesliga trotzt der Krise und kann die Erlöse aus dem Sponsoring und dem Ticketverkauf stabil halten. Im Vergleich fallen Basketball, Eishockey und Handball zurück: In diesen Sportarten müssen die Erstliga-Klubs Einbußen hinnehmen, ist das Ergebnis einer Studie.

KÖLN. Der Fußball-Bundesliga baut in der Krise ihre wirtschaftliche Dominanz gegenüber der Konkurrenz aus anderen Sportarten aus. Während die Erstliga-Klubs im Basketball, Handball und Eishockey in der Saison 2009/10 beim Sponsoring oder dem Kartenverkauf Umsatz-Einbußen fürchten müssen, können die Fußball-Vereine die Höhe ihrer Erlöse halten. Zu diesem Ergebnis kommt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte in ihrem Deutschen Sportmarketing Index (DSMI). Die erstmals veröffentlichte Studie, an der sich 104 Manager von Sponsoren, Vermarktungs- und Medienunternehmen sowie Sportorganisationen beteiligt haben, liegt dem Handelsblatt vor.

Knapp die Hälfte der Befragten erwartet beim Sponsoring insgesamt Rückgänge zwischen fünf und 15 Prozent. Ausgenommen von diesem Trend sind die Klubs der Deutschen Fußball Liga (DFL). Drei Viertel der befragten Experten erwarten stabile oder steigende Werbeeinnahmen. "Die Fußballvereine sind damit erneut in der Lage, einer wirtschaftlichen Krise zu trotzen und behaupten auch im internationalen Vergleich eine Spitzenposition", sagt Stefan Ludwig, Senior Manager der Sport-Business-Gruppe bei Deloitte. Ein Indiz dafür sei auch der Rekord beim Verkauf von Dauerkarten für die laufende Saison. "Die erste Bundesliga übernimmt im Vergleich zu den anderen Profiligen eine absolute Ausnahmestellung." Im Handball etwa sei die von der Weltmeisterschaft 2007 ausgelöste Euphoriewelle inzwischen spürbar abgeebbt - das deutsche Team holte damals als Gastgeber den Titel.

Ein Drittel der Befragten erwartet im Erstliga-Fußball zudem einen Zuwachs bei Umsätzen aus dem Verkauf von Fanartikeln (Merchandising) sowie der Betreuung von Geschäftskunden im Stadion (Hospitality). Damit wird auch in diesem Segment die Konkurrenz bei Basketball, Handball und Eishockey abgehängt. In diesen Sportarten rechnet kaum ein Sport-Experte mit einem Plus bei Ticketverkäufen, Merchandising und Hospitality. Zwischen 30 und 50 Prozent der Befragten hingegen prognostizieren gar Umsatzrückgänge.

Die Berechnung des DSMI erfolgt auf gleiche Weise wie beim Ifo-Geschäftsklima-Index. Dabei arbeitet Deloitte mit dem Institut für Sportmanagement (ISS) der Fachhochschule Koblenz/Remagen zusammen. Zwar ist der Sportmarketing-Index im Vergleich zum Vorjahr von 103,4 auf 90,3 Punkte deutlich gesunken. Dramatische Umsatzeinbrüche wie zuletzt im Maschinen- oder Automobilbau wird es jedoch nicht geben. "Die Wirtschaftskrise trifft die deutsche Sportbranche nur schwach", sagt Ludwig.

Allerdings müssen sich alle Klubs zumindest kurzzeitig vom teils rasanten Wachstum der vergangenen Jahre verabschieden. "Die Prognosen für die Spielzeiten 2009/10 schwanken zwischen Bestandssicherung und leichten Rückgängen", sagt ISS-Professor Lutz Thieme. Die Stagnation werde jedoch rasch überwunden. "Ab der Saison 2010/11 rechnen wir wieder mit einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung."

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