Studie
Werbeeinnahmen der Klubs brechen ein

Die Wirtschaftskrise erreicht die Sportvereine - vor allem Teams aus der zweiten Reihe müssen mit geringeren Erlösen rechnen, zeigt eine Studie. Die Handball-Bundesliga ist am stärksten betroffen. Doch auch Fußballvereine wie der MSV Duisburg oder Energie Cottbus haben Probleme.

FRANKFURT. Wie ein Virus hat die Finanzkrise eine Branche nach der anderen infiziert, nur Sportklubs schienen lange resistent zu sein. Doch inzwischen melden auch sie deutliche Krankheitssymptome. Das geht aus einer Studie des Sport-Marketingexperten Peter Rohlmann hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.

Der Chef des Beratungsunternehmens PR Marketing in Rheine hat Vereine in unterschiedlichen Sportarten und Ligen gefragt, wie sich die Wirtschaftskrise auf sie auswirkt. Die Studie umfasst Fußballklubs von der ersten bis zur dritten Liga, Erstligateams aus der Schweiz und Österreich sowie erstklassige deutsche Basketball-, Eishockey- und Handballteams. Von 123 Vereinen erhielt er Antworten. Das Ergebnis: 76 Prozent geben an, die Krise bei den Vermarktungseinnahmen zu spüren. Fußballklubs stehen noch verhältnismäßig gut da, Randsportarten leiden.

Laut der Rohlmann-Studie ist die Handball-Bundesliga am stärksten von der Krise betroffen. Allerdings schränkt Rohlmann ein, dass hier derzeit viele Verträge auslaufen. Beim TV Großwallstadt können die Sponsoren jeweils im Dezember ihre Verträge kündigen. Im vergangenen Jahr haben sie davon noch nicht Gebrauch gemacht. Doch Vorstand Georg Ballmann erwartet, dass es dieses Jahr anders sein wird. "Wir planen vorsichtig. Wir gehen davon aus, dass sich die Krise bei uns noch durchschlagen wird", sagt er.

Christoph Syring hingegen muss schon jetzt mit den Auswirkungen des Abschwungs fertigwerden. "Wir merken die Krise total", sagt der Geschäftsführer des Basketballklubs LTi Gießen 46ers. Wenn Syring den Sponsorenbestand der vergangenen Saison mit dem in dieser Spielzeit vergleicht, kommt er zu einem ernüchternden Ergebnis: Im zweistelligen Prozentbereich sind die Erlöse zurückgegangen.

Das Problem: Der Klub hat viele regionale Sponsoren. Zwar sorgt dies für eine besondere Bindung zwischen Verein und Sponsor. Jedoch können es sich kleinere Firmen in schlechten Zeiten weniger als Konzerne leisten, viel Geld für Marketing auszugeben. "Da kürzen sie als Erstes", sagt Syring. Etliche Sponsoren hätten sich deshalb zurückgezogen, andere ihre Unterstützung heruntergefahren.

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