Studie
WM-Titel ist Deutschen 17 Milliarden Euro wert

Ein Titelgewinn des deutschen Nationalteams bei der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft wäre den Bundesbürgern 17 Milliarden Euro wert. Zu diesem Ergebnis kamen Ökonomen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in einer am Donnerstag vorgestellten Untersuchung.

HB MAGDEBURG. In einer repräsentativen Befragung unter 360 Erwachsenen im gesamten Bundesgebiet wurde zunächst die Zahlungsbereitschaft der erwachsenen Deutschen für das Anschauen der Finalspiele im Fernsehen ermittelt, erläuterte Professor Joachim Weimann. Dabei kam heraus, dass die Deutschen insgesamt über 700 Millionen Euro zahlen würden, wenn die deutsche Mannschaft an den Spielen beteiligt wäre.

Eine weitere Frage lautete: "Angenommen, Deutschland steht im Endspiel. Ein Freund hat für Sie eine Wette abgeschlossen und darauf gesetzt, dass Deutschland verliert. Ab welchem Gewinn aus der Wette ist es Ihnen egal, ob Deutschland gewinnt oder verliert?" Im Durchschnitt seien die Bundesbürger der Umfrage zufolge bereit, auf einen Gewinn von 250 Euro zu verzichten, wenn das deutsche Team dafür Weltmeister wird, teilte Professor Weimann mit. "Insgesamt ist damit ein Betrag von 17 Mrd. Euro notwendig, um die Deutschen dafür zu entschädigen, wenn wir nicht den Titel holen", fügte der Wirtschaftswissenschaftler hinzu.

Professor Weimann und sein Mitarbeiter Steffen Rätzel haben bei der Untersuchung den Angaben zufolge Methoden angewendet, die bisher nur dafür genutzt wurden, um beispielsweise den ökonomischen Wert von Umweltgütern zu bestimmen. Die dabei ermittelten 17 Milliarden Euro bezeichnen sie als "Wohlfahrtsgewinn, einen in Geld gemessenen Vorteil, der entsteht, wenn der WM-Titel von der deutschen Mannschaft gewonnen wird", wie Weimann erklärte.

Die Wissenschaftler machten in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, "dass ihre Schätzung mit hoher Wahrscheinlichkeit den Wohlfahrtsgewinn unterschätzt, denn erstens wurden Personen unter 18 Jahren nicht berücksichtigt und zweitens fand die Befragung bereits 2004 statt, unmittelbar nach der verkorksten EM".

Das Ergebnis der Untersuchung soll demnächst in der Fachzeitschrift "Perspektive der Wirtschaftspolitik" veröffentlicht werden.

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