Stürmer Bravo überragend
Engel verhalf Mexiko zum Sieg

Das Spiel der mexikanischen Mannschaft in der WM-Vorrunden-Partie gegen Iran (3:1) war stellenweise wenig himmlisch. Doch Beistand von oben soll "El Tri" zum letztlich verdienten Sieg verholfen haben.

Für Oswaldo Sanchez war es ein ganz besonderer Sieg. Mexikos Torwart ging nach dem Abpfiff in die Knie und verschwand kurz danach in einem Spielerknäuel. Nach dem 3:1 (1:1)-Auftaktsieg bei der WM über Außenseiter Iran stürmten die Mexikaner auf ihren Schlussmann zu und nahmen ihn in ihre Mitte. "Sein Vater Felipe hat ihn als Engel im Himmel beschützt und ihm die Stärke gegeben, fast alle Schüsse zu halten", sagte Trainer Ricardo La Volpe über den Keeper, der erst am Tag zuvor von der Beerdigung seines Vaters zurückgekehrt war.

Der Coach hatte auf Sanchez vertraut, obwohl der Torhüter eine 55-stündige Odyssee in seine Heimatstadt Guadalajara und zurück nach Nürnberg hinter sich hatte. Mexiko trat mit Trauerflor an, und Sanchez kämpfte auf dem Platz ganz im Sinne seines Vaters um WM-Punkte.

Bravo: "Ich danke Gott und dem Trainer"

Dass es zum dritten Mal in Folge bei einem WM-Auftaktspiel drei wurden, hatte "El Tri" allerdings hauptsächlich Omar Bravo zu verdanken. Mit seinen beiden Toren in der 28. und 76. Minute sicherte der Stürmer dem Geheimfavoriten den ersten Sieg in der Gruppe D und damit einen Start nach Maß. "Es ist phantastisch für mich und das Team. Ich danke Gott und dem Trainer, dass ich diese WM spielen darf", sagte der Angreifer von Deportivo Guadalajara. Die letzten Zweifel am Auftakterfolg der Mexikaner beseitigte der erst nach der Pause eingewechselte Zinha (79.).

"Vor dem zweiten Tor haben wir einen fürchterlichen Fehler gemacht - es war ein großes Geschenk für Mexiko. Danach konnten wir gegen das erfahrene mexikanische Team nicht mehr viel ausrichten", haderte Irans Trainer Branko Ivankovic mit dem Aussetzer seines bis dahin starken Verteidigers Rahman Rezaei, der vor Bravos zweitem Treffer den Ball dem Gegner vorgelegt hatte. "Mannschaften, die bei einer WM spielen, sollten solche Fehler nicht machen."

Ivankovic sucht Entschuldigung in mangelnder Vorbereitung

Nach dem zwischenzeitlichem 1:1 durch Yaha Golmohammadi (36.), dem ersten Tor für den Iran in einem WM-Auftaktspiel, sah es eigentlich gut für die spielstarken Asiaten aus, ehe sie in der Schlussphase regelrecht k.o. gingen. "Dass wir in der zweiten Hälfte so zusammengebrochen sind, lag auch daran, dass in der Vorbereitung einige Spieler nicht durchtrainieren konnten, wie etwa Ali Karimi und Vahid Hashemian", war Ivankovic´ Erklärung.

Die Iraner mussten auf den erkrankten Kaiserslauterer Ferydoon Zandi verzichten. Sattar Zare (Knieverletzung) reiste am Spieltag ab und wurde durch Moharram Navidkia (Isfahan) ersetzt. Die Bundesliga-Profis Ali Karimi (Bayern München) und Mehdi Mahdavikia (Hamburger SV) standen nach überstandenen Blessuren in der Startelf und sorgten auf den Flügeln für viel Druck im Angriffsspiel.

Spielerwechsel brachten Mexiko in Schwung

La Volpe reagierte umgehend und brachte zur zweiten Halbzeit gleich zwei neue Spieler, um die Offensive zu verstärken. Ein großes Risiko, denn kurz nach Wiederanpfiff verletzte sich Mittelstürmer Jared Borgetti am linken Oberschenkel und humpelte vom Feld. Die drei Wechsel sorgten aber für neuen Schwung.

Vor allem Kapitän Rafael Marquez verschärfte mit seinen Vorstößen das Tempo und mit konsequentem Flügelspiel spielten die flinken Mexikaner die lange sichere Abwehr des Iran am Ende regelrecht schwindlig. Bei Mexiko überzeugten die Torschützen Bravo und Zinha sowie Marquez. Irans Bester war Mahdavikia, der wie Ali Daei mit seinem vierten WM-Spiel zum iranischen Rekordhalter avancierte.

© SID

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