Stürmerzwist drückt auf Stimmung
Weiter dicke Luft im „Oranje-Lager"

Trotz des 1:0-Auftakterfolgs gegen Serbien und Montenegro ist die Stimmung im Lager der Niederlande abgekühlt. Der Streit der Stürmer Robin van Persie und Arjen Robben hängt "Oranje" immer noch nach.

Die Niederlande hat einen perfekten Start in die Weltmeisterschaft erwischt. Dem 1:0 gegen Serbien und Montenegro folgte ein lockeres Training, ein paar Autogramme für die Fans und vor allem ganz viel Spaß. Bei der öffentlichen Übungseinheit in Freiburg machte "Oranje" nicht gerade den Eindruck einer total auf den WM-Titel fokussierten Truppe. Wären die Profis der Elftal nicht im Mannschaftsbus, sondern im Wohnmobil vor dem Stadion vorgefahren, hätten die Beobachter durchaus den Eindruck gewinnen können, dass das Klischee von den gemütlichen Campern sogar von den Elitekickern aus dem deutschen Nachbarland bestätigt wird.

Doch ganz so gut wie es den Anschein hat, ist die Stimmung im Lager der Niederländer vor dem zweiten Spiel in der "Todesgruppe" C gegen die Elfenbeinküste am Freitag in Stuttgart (18.00 Uhr/live in der ARD und bei Premiere) dann doch nicht. Der nach dem 1:0-Auftakterfolg gegen Serbien und Montengro aufgekommene Zwist zwischen den englischen Premier-League-Stars Robin van Persie und Arjen Robben hängt Oranje immer noch nach.

"Es ist positiv, wenn die Spieler untereinander über Fußball sprechen. Aber wenn man mit Journalisten darüber spricht, kann es gefährlich werden. Da wird ein Satz mal falsch ausgelegt, und schon bekommt man ein Problem", erklärte Bondscoach Marco van Basten in Bezug auf die Aussage von van Persie, der dem Torschützen Robben zuviel Eigensinn vorgeworfen hatte.

Salomonisches van-Basten-Urteil

Um den Streit ein für allemal abzuhaken, fällte van Basten ein salomonisches Urteil. "Beide haben Recht. Vielleicht hätte Arjen öfter abspielen müssen, aber er wollte viel machen und fühlte sich gut. Ich habe mit beiden Spielern gesprochen. Das Thema ist für uns erledigt", meinte der Europameister von 1988, der nichts von einem Maulkorb für seine Profis als Folge der Diskussion hält: "Sie sind alt genug, sie müssen wissen, was sie sagen."

Nach dem van Basten das leidige Thema in verblüffend souveräner und offener Manier abgearbeitet hatte, konnte sich der frühere Weltklasse-Stürmer den positiven Entwicklungen in seinem Team zuwenden. Außer dem leicht angeschlagenen Stammtorwart Edwin van der Sar (Ellbogen- und Wadenverletzung), dessen Einsatz am Freitag nicht gefährdet ist, konnten alle Spieler ohne Probleme trainieren.



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Auch die zuletzt angeschlagenen Joris Mathijsen und Mark van Bommel absolvierten wie der von seiner Knöchelverletzung genesene Mittelfeldstar Rafael van der Vaart die Übungseinheit. "Rafael ist wieder zu 100 Prozent fit. Er kommt den ersten Elf immer näher, das ist sehr gut für uns", erläuterte van Basten. Gleichzeitig versetzte der Trainer den Hoffnungen des Profis vom Bundesligisten Hamburger SV einen Dämpfer: "Wir werden das Team nicht verändern. Dafür gibt es keine Argumente."

Immerhin hatte van Basten gute Argumente für ein erfolgreiches Abscheiden seines Teams bei der Endrunde parat. "Wenn wir das Finale erreichen sollten, dann spendiere ich dem Team einen Konzertbesuch. Ich weiß noch nicht wann, und ich weiß noch nicht, wer auftritt. Aber wir werden schon jemanden auftreiben. Das sollte doch eine gute Motivation sein", sagte der Coach mit einem Augenzwinkern.

Eine weitere Motivation für die Spieler könnte zudem die liberale Einstellung ihres Trainers sein. Zum bevorstehenden Besuch der Ehefrauen und Freundinnen nach dem Spiel am Freitag meinte van Basten lediglich: "Meine Jungs haben alle Freiheiten."

© SID

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