Stuttgart
Auch Leichtathleten sind im Stadion willkommen

Für gut 51 Millionen Euro ließ die baden-württembergische Landeshauptstadt das Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion rechtzeitig zur Fußballweltmeisterschaft neu gestalten. Mit 54 000 Sitzplätzen ist die Sportarena nun die viertgrößte in Deutschland.

HB STUTTGART. Umbau statt Neubau, das Nötige mit dem Nützlichen verbinden: So heißt das WM-Motto für das Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion. Für gut 51 Millionen Euro ließ die baden-württembergische Landeshauptstadt ihre Sport-Arena rechtzeitig zur Fußballweltmeisterschaft neu gestalten. Das Fußball-Großereignis war jedoch nicht der einzige Grund für den Umbau: "Aus der in die Jahre gekommenen Anlage sollte ein räumlich konstruktiver und inhaltlich moderner Bau werden", beschreibt Architekt Mete Arat das Ziel der Verjüngungskur. Dessen Kernstück der Abriss des oberen Ranges der alten Gegentribüne, der bereits 2004 in Angriff genommen wurde. Nachdem Stuttgarter Stadionbesucher von der Haupttribüne aus monatelang durch ein riesiges Loch im Stadionrund den Blick über die Weinberge der Umgebung schweifen lassen konnten, steht heute das Gegenstück, die EnBW-Tribüne, mit insgesamt 16 376 Sitzplätzen - und macht das Stadion mit 54 000 Sitzplätzen zum viertgrößten in Deutschland. Anders als viele andere Städte hat sich Stuttgart überdies gegen den Ausbau zu einem reinen Fußballstadion entschieden: Weiterhin steht das Rund auch Leichtathleten und Freizeitsportlern zur Verfügung. Dennoch hat sich einiges getan, wie Bernd Schmidt, Mitarbeiter des städtischen Sportamtes und zuständig für das Veranstaltungsmanagement, aufzählt: Kassen und Zugangssystem wurden neu gestaltet, die Flutlichtanlage aufgerüstet, die Beschallungsanlage modernisiert, das Videoüberwachungssystem erneuert, sanitäre Anlagen und Außenanlagen saniert, die Fanblöcke neu geordnet, eine getrennte Führung für Gastfans geschaffen, die Infrastruktur im direkten Stadionumfeld verbessert und zwei neue Videotafeln eingebaut. "Diese sind mit 230 Quadratmetern Gesamtbildfläche die größten in Europa", betont Schmidt. Neu entstanden ist überdies ein nobler Lounge-Bereich für rund 400 Besucher. Stadion-Hauptmieter VfB hat auch diesen Bereich von der Stadt gemietet. Schmidt: "Wer hier eine Karte erwirbt, hat einen direkten Blick aus der Lounge ins Stadion und einen Platz vor der Lounge auf der EnBW-Tribüne." Ganz billig ist das allerdings nicht. Für eine WM-Lounge-Karte muss der Besucher mehrere hundert Euro zahlen. Aber auch der normale Fußballfan soll im Stuttgarter Stadion nicht zu kurz kommen. Neben Pizza, Pasta, Wok, Schupfnudel und Co. gibt es nach wie vor auch traditionelle Stadionkost. Schmidt: "Wer will, kann selbstverständlich immer noch eine rote Wurst essen und ein Bier dazu trinken." Für Kontinuität im Wandel steht auch jener Mann, der seit 23 Jahren dafür sorgt, dass alles läuft im Stadion: Gottlieb heißt er, nicht Daimler, sondern Hacunda. Der Vorarbeiter des Gas-, Wasser und Installationsteams hat seinen Traumjob gefunden: "Wir haben immer Abwechslung und sind da, auch wenn mal wieder eine Toilette verstopft ist oder eine Kühlung kaputt geht. Das muss prompt erledigt werden." Erst recht zur WM beneiden ihn Freunde um seinen Job: "Du hast es gut. Du kannst die Spiele gucken." Hacunda selbst ist sicher, dass das nicht so sein wird. "Während der Spiele wird es genug zu tun geben."kbs

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