Stuttgart vor dem Double
„Zauber-Veh“ und „Titel-Heldt“

Damit hätten wohl die kühnsten Optimisten nicht gerechnet. Dass der VfB Stuttgart Meisterschaft und Pokal zum Greifen nah vor sich hat und damit das Erbe der in dieser Saison längst nicht mehr übermächtigen Bayern antreten könnte, das ist ohne Frage die Überraschung dieser an Überraschungen ohnehin nicht armen Spielzeit.

HB STUTTGART. Ermöglicht haben das zwei Männer, denen zu Saison-Beginn keiner dieses Wunder im Fußball-Ländle zugetraut hätte. Im Gegenteil: Trainer Armin Veh wurde noch vor Beginn der laufenden Spielzeit vom eigenen Aufsichtsratsvorsitzenden, Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, als „Übergangslösung“ öffentlich bloß gestellt und auch Manager-Novize Horst Heldt galt bestenfalls als sympathischer Lehrling.

33 Spieltage später ist alles anders. Von „Zauber-Veh und Titel-Heldt“ ist nun die Rede, Trainer und Teammanager gelten zurecht als Väter des verblüffenden Aufschwungs beim VfB Stuttgart. Armin Veh und Horst Heldt haben nach dem Millionen verschlingenden und sportlich verhängnisvollen Missgeschick der vergangenen Saison mit dem gescheiterten Star-Trainer Giovanni Trapattoni und Fehleinkäufen wie etwa den der beiden Dänen Jesper Gronkjaer und Jon Dahl Tomasson mit ihrem konsequenten Konzept Korrekturen vorgenommen und den Kurswechsel erfolgreich eingeschlagen. „Bei Veh habe ich das gewusst. Aber Heldt war neu. Das macht er Klasse. Er ist ein Guter“, stellt Stuttgarts Klub-Präsident Erwin Staudt seinen beiden leitenden Angestellten heute als Arbeitszeugnis aus. Staudt streicht Heldts Qualitäten heraus: „Er hat sehr schnell gelernt, auch mit einem Managerteam, dem Vorstand und dem Trainer umzugehen. Zudem hat er einen kurzen Draht zur Mannschaft. Es ist wichtig, diese Kombination zu haben.“

Bis zum Rückrundenbeginn entsorgte Heldt die Altlasten im Spielerkader durch Verkauf oder Leihgeschäfte. Zudem verpflichtete er zu Saisonstart in enger Abstimmung mit Veh ein halbes Dutzend neuer Akteure, ohne dass ein Fehleinkauf dabei gewesen wäre. Vor allem die Verpflichtung der Mexikaner Pardo und Osorio gilt in der Branche als exzellenter Schachzug Heldts.

Vor allem Pavel Pardo wuchs schnell in die Rolle des Führungsspielers hinein und ließ den langjährigen Kapitän Zvonimir Soldo alsbald vergessen. Landsmann Ricardo Osorio überzeugt als kompromissloser Verteidiger. Mittelfeldmann Roberto Hilbert wiederum, vom Zweitligisten Fürth gekommen, schaffte sogar den Sprung in die Nationalmannschaft. Und auch Antonio da Silva, Arthur Boka und Alexander Farnerud zählen zum Stammkader.

Veh und Heldt ergänzen sich in ihrer Arbeit ideal. „Wir haben genau gewusst, mit welcher Strategie wir die Zukunft anpacken wollen“, sagt Veh.

Und schon jetzt, auch ohne bereits einen Titel gewonnen zu haben, ist diese Saison für den VfB ein Riesenerfolg: Mit dem Einzug in die Champions League und den damit verbundenen Einnahmen eröffnen sich für die nähere Zukunft neue Möglichkeiten.

Seite 1:

„Zauber-Veh“ und „Titel-Heldt“

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%