Fußball
Stuttgart will gegen Rennes Befreiungsschlag

Mit einem Erfolg beim französischen Erstligisten Stade Rennes will Bundesligist VfB Stuttgart heute zum Auftakt der Uefa-Pokal-Gruppenphase einen Befreiungsschlag landen und sich aus der Krise spielen.

Über Stade Rennes spricht beim VfB Stuttgart derzeit kaum jemand. Vor der ersten Partie in der Gruppenphase des Uefa-Cups am heutigen Donnerstag beim französischen Erstligisten (18.15 Uhr/live im ZDF) sind die handelnden Personen des Bundesligisten weitgehend mit sich selbst beschäftigt. Die Krise bei den Schwaben und die immer lauter werdenden Spekulationen über ein vorzeitiges Ende der Amtszeit von Star-Trainer Giovanni Trapattoni überschatten alles andere rund um das Gottlieb-Daimler-Stadion.

Die Lage beim VfB ist derart verfahren, dass sich Klubchef Erwin Staudt vor der Begegnung beim Team aus der Bretagne zu einem eindringlichen Appell an alle Verantwortlichen genötigt fühlte. Die flammende Rede des Präsidenten dürfte Profis wie Trainer noch auf der Reise zu den Franzosen, die nach einem 1:0-Erfolg am Wochenende bei Racing Straßburg auf den 13. Tabellenplatz geklettert sind, in den Ohren gehallt haben.

"Die Fans erwarten Spitzenleistungen"

"Wer als Einzelner nicht erkennt, dass wir handeln müssen, ist fehl am Platz. Die Fans erwarten Spitzenleistungen. Jeder, der für uns arbeitet, ist zur Spitze verpflichtet. Wir sind gefordert, in den nächsten Wochen Resultate abzuliefern. Jeder muss wissen, dass die Zeit drängt. Jeder muss sich am Riemen reißen", sagte Staudt, der die turnusmäßige Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Rennes zu einer General-Analyse des momentanen Zustands nutzte.

Vor allem die Situation von Trapattoni, über den in einigen Zeitungen bereits der Abgesang unter dem Motto "die Verpflichtung war ein großes Missverständnis" zu lesen ist, wurde vom VfB-Boss unter die Lupe genommen. "Es gibt intern keine Tabuthemen, wir müssen über alles reden. Wir erhöhen nicht den Druck auf den Trainer, wir nehmen alle im Verein in die Pflicht. Der Trainer ist wie die Spieler und die Mitarbeiter ein Mitglied des Ganzen", erklärte Staudt.

Trapattoni spürt "keinen Druck"

Trapattoni selbst, dessen Team in der bisherigen Saison weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, will nichts von einem vorzeitigen Dienstende wissen und zeigt sich kämpferisch. "Ich bin natürlich auch nicht zufrieden. Aber ich habe keine Angst und spüre keinen Druck. Bei meinen anderen Vereinen hatte ich dieselben Probleme, später wurde ich dann Meister", meinte der Italiener, der sich einen Rücktritt nur vorstellen kann, "wenn ich merke, dass die Mannschaft nicht mehr an das glaubt, was ich glaube".

Immerhin ist Trapattoni noch der Einzige, der sich Gedanken über den Gegner macht. "Rennes ist eine schnelle Mannschaft, die taktisch gut organisiert ist. Sie werden zu Hause nach vorne spielen, was uns wahrscheinlich besser liegt, da wir derzeit Probleme haben, das Spiel zu gestalten", sagte der"Maestro". Trapattoni muss allerdings um den Einsatz von Silvio Meißner (Virusinfektion), Marco Streller (Fußverletzung) und Danijel Ljuboja (Knöchelprobleme) bangen. Der Trainer kann aber immerhin auf den in Liga gesperrten dänischen Stürmerstar Jon Dahl Tomasson zurückgreifen.

© SID

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