Suche nach dem Frings-Ersatz
Es kann nur einen geben

Die Frage, auf die ganz Deutschland ein Antwort erwartet: Wer soll den gesperrten Torsten Frings im Mittelfeld gegen Italien ersetzen? Wahrscheinlich wird der Bremer Tim Borowski oder der Dortmunder Sebastian Kehl spielen. Handelsblatt-Redakteur Grischa Brower-Rabinowitsch plädiert für einen Einsatz von Tim Borowski, sein Kollege Marc Renner würde lieber Sebastian Kehl in der Startelf gegen Italien sehen.

Grischa Brower-Rabinowitsch: Es kann nur einen geben. Nur der Bremer Tim Borowski sollte heute Abend im Halbfinale gegen Italien den gesperrten Torsten Frings ersetzen.

Borowski gehört ohnehin nicht auf die Ersatzbank. Er ist - lässt man die Torwartfrage mal außen vor - der edelste unter den Jokern der deutschen Nationalmannschaft. Borowski ist von allen Ersatzspielern derjenige, der am nächsten an der Stammformation dran ist. Ein Spieler, der deshalb noch nicht in der Startelf stand, weil er zuviel kann und zu wenig Spezialist ist. Borowski kann zum Beispiel im Mittelfeld jede Position spielen - auch die von Torsten Frings. Und er ist im Vergleich zu Sebastian Kehl von Borussia Dortmund die bessere Wahl, unabhängig davon, wie offensiv oder defensiv die Italiener spielen.

Der Bremer hat im Spiel gegen Argentinien gezeigt, wie wertvoll er für die Deutschen sein kann. Mit seiner Einwechslung bekam das Spiel der Mannschaft einen neuen Schub. Borowski ist in der Lage, aus der Frings-Position im defensiven Mittelfeld schnell von Defensive auf Offensive umzuschalten und Angriffe mit brillanten Pässen einzuleiten. Und unter anderem darauf wird es gegen die abwehrstarken Italiener ankommen. Er kann die perfekte Schnittstelle zwischen Abwehr und Kapitän Michael Ballack im offensiven Mittelfeld sein.

Und wenn er den Platz bekommt, etwa weil die Italiener sehr defensiv spielen, wird er - wie Frings - auch selbst gefährlich vor dem Tor der Italiener auftauchen. Denn Borowski ist technisch stark und schussgewaltig. Zudem behandelt er den Ball mit beiden Füßen nahezu gleich gekonnt. Ein echter Allrounder mit gewaltigem Zug zum Tor, wenn er darf.

Für Borowski spricht auch, dass er bisher deutlich mehr Einsatzzeiten bei der Nationalmannschaft hatte als Sebastian Kehl. Klinsmann vertraut dem Bremer, der ihn in den meisten Fällen auch nicht enttäuscht hat. Zwar hat das Zusammenspiel zwischen Ballack und Borowski vor der WM einmal schon nicht so gut geklappt, doch da waren die Voraussetzungen anders, die beiden spielten mehr nebeneinander als hintereinander. Klinsmann kann Borowski nun aber auf der Frings-Position einsetzen, ohne sein System ändern zu müssen.

Das Argument, Kehl sei in Dortmund vor heimischen Publikum besonders motiviert, zieht auch nicht. Denn erstens hat er gerade in Dortmund kurz vor der WM im Testspiel gegen USA eine ziemlich schlechte Leistung abgeliefert. Der Druck vor heimischen Publikum kann also auch eher zur Belastung wirken. Und zweitens brennt kaum ein Spieler so darauf zu spielen, ist so motiviert wie Tim Borowski.

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