Suche nach neuem Coach hat schon begonnen
Rangnicks Ehrenrunde wie ein Abschied

Allen Absichtserklärungen zum Trotz ist eine vorzeitige Trennung von Trainer Ralf Rangnick beim FC Schalke 04 unvermeidbar.

dpa GELSENKIRCHEN. Zwar schlossen sowohl Rangnick als auch die Schalker Verantwortlichen nach dem verdienten 1:0-Sieg gegen den FSV Mainz 05 nicht aus, ein weiteres Halbjahr bis zum offiziellen Vertragsende des Trainers „professionell“ zusammen zu arbeiten. Doch nach dem skurrilen Szenario rund um die Bundesligapartie ist diese Variante in dem Klima des gegenseitigen Misstrauens unvorstellbar.

Die Gräben sind zu tief, zwischen Rangnick und Sportmanager Andreas Müller sowie Rudi Assauer herrscht Eiszeit. Die sportliche Führung empfand es als Affront, dass der 47 Jahre alte Fußball-Lehrer, der überraschend seinen Abschied zum 30. Juni 2006 verkündet hatte, sich in einer „Ehrenrunde“ kurz vor dem Anpfiff des letzten Heimspiels 2005 von den Fans feiern ließ. „Es war kein Abschied. Ich wollte den Fans Danke sagen für die tolle Unterstützung im ganzen Jahr“, erklärte Rangnick sein Verhalten als spontane Geste.

Jedem im Stadion war da schon klar, dass spätestens nach dem letzten Hinrundenspiel beim VfB Stuttgart Rangnicks Amtszeit auf Schalke enden wird. Für Assauer war das Verhalten des Coaches nicht akzeptabel. Es war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. „Diese Geschichte hat eine gewisse Bedeutung. Es sah aus wie eine Abschiedsrunde. Und wenn ich mich verabschiede, dann ist auch Schluss“, meinte der Manager vielsagend. Es sei schon „sehr außergewöhnlich“ gewesen: „Das habe ich noch nie erlebt.“

Auch einige Spieler, die sich zu dem Zeitpunkt noch zum Aufwärmen auf dem Rasen befanden, waren perplex. Bei ihnen löste Rangnicks demonstrativer Schulterschluss mit den Fans, die ihn auch während des Spiels mit Sprechchören feierten, Befremden aus. Torhüter Frank Rost soll vor Zorn getobt haben, sprach von „Zirkus“ und „Farce“. Gerald Asamoah gestand: „Das war ein bisschen irritierend. Ich mache Ehrenrunden lieber nach dem Spiel.“ Fabian Ernst fand den „Zeitpunkt nicht optimal“, zeigte aber auch ein wenig Verständnis: „Dem Trainer tut es gut, die Fans im Rücken zu haben.“

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