Südafrikaner wittern Rassismus
Blatter hält an Südafrika fest

Fifa-Boss Joseph S. Blatter stärkt Südafrika den Rücken und glaubt an die Austragung der nächsten Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Dennoch äußert er seine Bedenken. In Südafrika kritisieren die Verantwortlichen die Diskussionen um eine Verschiebung und erheben schwere Anschuldigungen.

HB ZÜRICH. "Medienberichte, wonach die WM 2010 an ein anderes Land vergeben werden könnte, entbehren jeglicher Grundlage", ließ der Präsident des Weltverbandes via Presse-Erklärung mitteilen und betonte nochmals: "Die WM 2010 wird in Südafrika stattfinden."

Vor dem WM-Endspiel in Berlin hatte es jedoch verstärkte Kritik am WM-Gastgeber 2010 gegeben. Dabei war intern bereits über die USA und Deutschland als mögliche Ersatzausrichter diskutiert worden.

Vor allem die Mängel in der Infrastrkutur, fehlende Hotels und die Sicherheit waren als Manko in Südafrika angeführt worden. Nach Abschluss der WM 2006 werde die FIFA nun ihr Hauptaugenmerk auf die Vorbereitungen für die erste Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden richten und diese gemäß ihrer Planung vorantreiben, hieß es jedoch von Seiten der FIFA.

In Südafrika selbst ist die erste Briefmarke der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 bereits gedruckt. Das Postzeichen im Nennwert von fünf Rand (etwa fünf Cent) zeigt einen wilden Hund mit einem Fußball zwischen den Vorderbeinen. Das Rudeltier steht in Afrika für Teamgeist - und der ist im Vorfeld des nächsten Mega- Sportspektakels dringend nötig. Denn die gerade beendete und hoch gelobte deutsche Fußball-WM setzt den nächsten Gastgeber unter Erfolgsdruck. Er sieht sich zudem negativen Stimmen ausgesetzt, die angesichts der enormen Herausforderungen seine Fähigkeiten anzweifeln. Auch in Südafrika selbst mangelt es nicht an Kritikern, Zweiflern und Pessimisten.

In Südafrika wurden Kritiker in Rundfunkbeiträgen bereits als "unpatriotisch" und Ewiggestrige beschimpft. Viele Südafrikaner wittern Afro-Pessimismus und Rassismus - selbst in den eigenen Reihen. Präsident Thabo Mbeki sprach in Berlin besorgt von "einigen Leuten innerhalb des Landes", die es als ihre Daueraufgabe ansehen, Südafrika in negativen Farben zu malen: "Die haben den Übergang zur demokratischen Gesellschaft nie akzeptiert; die hoffen weiter, dass das Land untergeht."

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