Südkorea fährt nach Hause
Schweizer holen sich den Gruppensieg

Durch einen 2:0-Erfolg im abschließenden Vorrundenspiel gegen Südkorea hat sich die Schweiz den Sieg in der Gruppe G gesichert und trifft am Montag im Achtelfinale auf die Ukraine. Die Tore erzielten Senderos und Frei.

Die "Nati" der Schweiz steht nach einem mitreißenden Sturmlauf erstmals seit zwölf Jahren wieder im Achtelfinale einer Fußball-WM. Verteidiger Philippe Senderos leitete mit einem Treffer in der 23. Minute bereits den 2:0 (1:0)-Sieg gegen Südkorea ein. Dreizehn Minuten vor dem Abpfiff stellte Stürmer Alexander Frei den Endstand her (77.). Die Eidgenossen treffen nun als Sieger der Gruppe G am 26. Juni in Köln auf die Ukraine. Nachdem zeitgleich Frankreich gegen Togo mit 2:0 gewann, ist Südkorea, bei der Heim-WM 2002 noch Vierter, in der Vorrunde ausgeschieden.

Senderos, Sohn eines spanischen Vaters und einer slowenischen Mutter, musste den erfolgreichsten Abend seiner Karriere allerdings teuer bezahlen. Bei seinem Tor prallte er mit dem Koreaner Choi Jin-Cheul beim Kopfballduell zusammen, blutete danach heftig an der Nase und musste fünf Minuten lang behandelt werden. Kurz vor dem Halbzeitpfiff erlitt er eine Blessur am Knöchel, und in der 53. Minute war für den 21-Jährigen die Partie endgültig zu Ende. Der Legionär von Arsenal London verletzte sich bei einem Sturz am Handgelenk und musste umgehend ausgetauscht werden.

Vor 43 000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena von Hannover war der Sieg für die Eidgenossen aber nicht nur wegen des heldenhaften Einsatzes von Senderos hochverdient. Die Mannschaft von Trainer Köbi Kuhn hätte bei konsequenterer Chancenverwertung durchaus noch höher gewinnen können. So traf Torjäger Frei in der 63. Minute nur den Pfosten, schon in der 17. Minute hatte der Schweizer Angreifer bei einem Heber im koreanischen Torhüter Lee Woon-Jae seinen Meister gefunden. Auch das Team von Coach Dick Advocaat versteckte sich nicht, doch den Aktionen der Asiaten fehlte die Durchschlagskraft.

Auch auf den Rängen hatten die Schweizer zahlenmäßig Vorteile. Schätzungsweise 25 000 Anhänger stärkten ihren Lieblingen den Rücken, die Zahl der koreanischen Fans wurde auf rund 10 000 geschätzt. Beide Gruppen zusammen verwandelten die Arena der niedersächsischen Landeshauptstadt in ein rotes Fahnenmeer, da diese Farbe von allen Anhängern auf Flaggen, T-Shirts und anderen Gegenständen getragen wurde.

Das Weiterkommen der Eidgenossen war auch ein ganz persönlicher Triumph für Nationalcoach Kuhn: Der Fußball-Lehrer betreute seine Mannschaft zum 50. Mal und wurde bei diesem Jubiläum von seinen Schützlingen mit einer herausragenden Leistung belohnt. Erstmals überhaupt überstand die Schweiz ohne Niederlage und ohne Gegentor die Vorrunde und sorgte damit bei ihren Anhängern für nicht enden wollende Jubelgesänge beim Schlusspfiff.

© SID

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