Südkorea will Leistung von 2002 bestätigen
Fußball ist hier eine Frage der Ehre

Die Weltmeisterschaft im Jahr 2002 hat den Stellenwert des Fußballs in Südkorea schlagartig verändert. Bis vor vier Jahren konnten die Asiaten keines ihrer 14 WM-Spiele gewinnen, zogen dann aber bei der WM im eigenen Land sensationell ins Halbfinale ein. Diese Leistung gilt es nun in Deutschland zu bestätigen.

HB SEOUL. Mit gewachsenem Selbstvertrauen reist die Fußball-Nationalmannschaft Südkoreas zur Weltmeisterschaft nach Deutschland. Mit dem Erreichen des Halbfinales spielten sich die Koreaner vor vier Jahren vor eigener Kulisse in die Elite des Weltfußballs. Bei der WM- Finalrunde wollen die Koreaner nun ihren Erfolg von 2002 bestätigen. Entsprechend hoch sind die Erwartungen der Menschen in dem "Land der Morgenstille". In kaum einem anderen WM-Teilnehmerland lässt sich der Grad der Fußball-Euphorie so sehr am Erfolg der eigenen Nationalelf ablesen wie in Südkorea. Fußball ist in dem einstigen wirtschaftlichen "Tigerstaat" auch eine Frage der nationalen Ehre.

Zwar ist der Zuschauerboom in der Profiliga (K-League) nach dem WM-Turnier im eigenen Land zuletzt abgeflaut. Dennoch ist das Interesse am Nationalteam ungebrochen groß. Dazu trug nicht zuletzt die Qualifikation für die WM 2006 bei. Zugleich bastelt Südkorea seit dem Erfolg 2002 durch eine gezielte Förderung des Jugendfußballs an einem Team der Zukunft. "Ich glaube, dass die Kinder mittlerweile lieber Fußball als Baseball spielen", sagt Lee Gun, Mediensprecher für die Fanorganisation der Nationalmannschaft "Red Devils" und Redakteur der Internetzeitung "sportalkorea".

Mit den zunehmenden Erfolgen bei internationalen Großereignissen in den vergangenen Jahren füllen südkoreanische Sportler viel mehr als in der Vergangenheit die Rollen als Vorbilder aus. Fußball-Nationalspieler wie Ahn Jung Hwan, Park Ji Sung, Lee Young Pyo oder Cha Du Ri, die mittlerweile ihr Geld in europäischen Topligen verdienen, oder die erfolgreichen südkoreanischen Shorttracker bei den Olympischen Winterspielen tragen das Bild einer selbstbewusst auftretenden und stärker werdenden Sportnation auch nach außen.

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