Sunday Times kürt Klinsmann zum besten WM-Trainer
„Nun musst Du weitermachen“

Es ist die wohl derzeit wichtigste Personalentscheidung des Landes: Trainiert Jürgen Klinsmann die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auch nach der Weltmeisterschaft? Die Frage ist so wichtig, dass selbst "Kaiser" Franz Beckenbauer sich nicht zu schade für nebulöse Deutungen war. Die britische Sunday Times kürte Bundestrainer Klinsmann unter dessen zum besten WM-Trainer.

STUTTGART. Eben jener Kaiser, der ihn nicht immer wohlwollend behandelt, der ihn hin und wieder gar heftig kritisiert hatte, sagte zu ihm: "Nun musst Du weitermachen." Es ist die wohl derzeit wichtigste Personalentscheidung des Landes: Trainiert Jürgen Klinsmann die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auch nach der Weltmeisterschaft? Die Frage ist so wichtig, dass selbst der "Kaiser" sich nicht zu schade für nebulöse Deutungen war: "Er war sehr zögerlich, aber sein Blick hat mir eine gewisse Bejahung bedeutet."Jürgen Klinsmann erzählte später in der Pressekonferenz lächelnd, was er Beckenbauer geantwortet habe: "Schau?n mer mal" - mit diesen vom Kaiser selbst geprägten Satz ließ er Beckenbauer zappeln. Wie er im Moment die ganze Nation zappeln lässt.

Es ist seine Art, es den Kritikern, die ihm vor der WM immer wieder Knüppel zwischen die Beine warfen, heim zu zahlen. Nicht durch markige Sprüche, sondern durch Taten auf dem Platz und stilles Genießen seiner nun nahezu unantastbaren Position.

Der 41-jährige Schwabe hat immer gesagt, er werde sich nach der Weltmeisterschaft mit seiner Frau beraten und dann eine Entscheidung treffen. Da Klinsmann meistens genau stur das tut, was er sagt, zieht er sich nun mit Wonne auf diese Aussage zurück und genießt die immer lauter werdenden Rufe von allen Seiten, er möge doch bleiben. Ob Bundeskanzlerin Angela Merkel, Innenminister Wolfgang Schäuble, die Fans, oder sein Co-Trainer Joachim Löw, alle "wünschen" sich, dass Klinsmann weiter macht. Stimmen, der Bundestrainer sollte aufhören, hört man nicht.

"Ich freue mich über die Wertschätzung, die mir entgegengebracht wird", sagte Klinsmann, vor allem von Leuten wie Franz Beckenbauer, Portugals Trainer Luiz Felipe Scolari oder Portugals Star der WM 1966 Eusebio. "Das ehrt mich sehr so etwas von Meistern des Spiels wie ihnen zu hören, denn ich bin noch ein junger Bursche im Trainergeschäft. Das weiß ich zu schätzen", sagte Klinsmann. "Besonders habe ich mich gefreut, die Bundeskanzlerin umarmen zu können. Sie war eine der wenigen, die auch im März nach der Niederlage in Florenz hinter uns gestanden und an uns geglaubt hat, das zeugt von ihrem Charakter."

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