Team von Serbien-Montenegro verunsichert
Streit bei den „Oranjes"

Das Mannschaftsgefühl im Team der Holländer scheint dahin zu sein. Jungstar Robben muss sich heftige Kritik eines Teamkollegen gefallen lassen, aber beim unterlegenen Gegner Serbien-Montenegro ist es gleich zu einem handfesten Streit gekommen.

HB LEIPZIG. Trotz seiner tollen Leistung im Spiel gegen Serbien-Montenegro steht Arjen Robben in der Kritik und der viel beschworene neue Teamgeist der Niederländer somit vor der ersten Zerreißprobe. Ausgerechnet Premier-League Kollege Robin van Persie versetzte mit Egoismus-Vorwürfen gegen Robben der Euphorie um den Siegtorschützen zum 1:0-Erfolg der Oranjes am Sonntag in Leipzig einen heftigen Dämpfer.

"Ich habe großen Respekt vor Robben. Aber wir wollen bei diesem Turnier noch sechs Spiele gewinnen. Das kann er nicht allein", schimpfte van Persie, und legte nach: "Manchmal trifft er eine Entscheidung, die gut für ihn ist, aber nicht für das Team. Aber wir müssen begreifen, dass wir zusammen spielen", sagte der Flügelstürmer vom FC Arsenal.

Van Persies Kritik stand im krassen Widerspruch zur allgemeinen Bewunderung für Robbens Leistung. Der 22 Jahre alte Wirbelwind vom englischen Meister FC Chelsea erzielte - nach van Persies Vorarbeit - nicht nur das "goldene Tor" (18.), sondern war 90 Minuten Dreh- und Angelpunkt der "Elftal". Mit seinen Tempodribblings und Schüssen versetzte er die hoch gelobte Abwehr des Gegners im Alleingang in Angst und Schrecken. "Er hat eine tolle Partie gemacht und ist einer unserer Besten. Ich bin froh, dass er für uns spielt", lobte Bondscoach Marco van Basten. Und HSV-Abwehrspieler Khalid Boulahrouz schwärmte: "Robben ist ein Weltklasse-Spieler."

Doch auch van Basten erkannte, dass das Spiel seiner Elf zu linkslastig war. Damit zeigte er ein wenig Verständnis für van Persie. "Es lief viel über Robben, weil er gut in Form war, aber das ging zu Lasten von van Persie. Er bekam zu wenig Bälle. Diese Unausgewogenheit müssen wir korrigieren", sagte der Bondscoach, dem der Teamgedanke über alles geht.

Der 41-Jährige wird es nicht zulassen, dass interne Streitigkeiten und Grüppchenbildungen wie in früheren Zeiten den Erfolg gefährden. Gleichwohl sah die holländische Presse am Montag in der One-Man-Show von Robben den Grund für das gelungene Comeback auf der WM-Bühne nach acht Jahren: "In einer Mannschaft, in der Teamdenken zur Pflicht erhoben wurde, krönte der Dribbelkünstler die Zuarbeit von zehn anderen mit dem ersten WM-Sieg", schrieb die Zeitung "Volkskrant".

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