Test gegen Italien
DFB-Frauen starten in die heiße Phase

Nach der erfolgreich bestandenen Kaderausdünnung gehen die DFB-Frauen knappe drei Wochen vor WM-Start endgültig in die heiße Phase. Der erste Prüfstein ist das Spiel gegen Italien - ein ganz bewusst gewählter Gegner.
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MarienfeldEntspannt schlendern Kim Kulig und Co. in der Mittagspause über den sonnigen Hotelhof, gut drei Wochen vor WM-Start steigt bei Deutschlands Fußball-Frauen aber innerlich bereits die Spannung. „Jetzt geht unser Fokus Richtung Eröffnungsspiel und man denkt: Oh Gott, jetzt sind es nur noch 25 oder 26 Tage. Da fängt das Kribbeln langsam an“, sagte Torhüterin Nadine Angerer beim Trainingslehrgang in Marienfeld vor dem drittletzten Test am Freitag gegen Italien (18.00 Uhr/ARD).  

Nachdem 21 Spielerinnen das Kadercasting überstanden haben, will Silvia Neid in Osnabrück erste Rückschlüsse für den WM-Auftakt gegen Kanada am 26. Juni im Berliner Olympiastadion ziehen. „Das Ziel des Spiels ist auch zu schauen, welche Spielerin passt zu der anderen und was könnte unsere Anfangsformation sein“, meinte die Bundestrainerin und kündigte an, „sehr viel ausprobieren“ zu wollen.  

Teil eins der abschließenden Testspiel-Trilogie mit Vergleichen gegen die Niederlande (7. Juni) und Norwegen (16. Juni) darf dem Titelverteidiger von 2003 und 2007 dabei noch missraten. „Bis zu dem Norwegen-Spiel sind Niederlagen hervorragend zu verschmerzen. Aber wenn es dann losgeht, wollen wir keine Niederlagen mehr“, sagte Neid, die im Vergleich zum 2:0 gegen Nordkorea in der Vorwoche wieder auf die zuletzt angeschlagene Stürmerin Inka Grings setzen kann. Im bislang letzten Aufeinandertreffen mit der „Squadra Azzurra“ im EM-Viertelfinale 2009 erzielte die 61-malige Torschützin beide Treffer zum 2:1-Erfolg.  

Die Italienerinnen sollen vor allem den perfekten Sparringspartner mit Blick auf die ersten beiden WM-Gruppengegner geben. Das schnelle Umschalten auf die Offensive und ein „perfektes Konterspiel“ erinnern Neid an Auftaktkontrahent Kanada. Zudem sei der Vize-Europameister von 1997 ähnlich wie Nigeria „sehr unbequem“ in den Zweikämpfen. „Wir wissen, dass sie sehr unangenehm sind, sehr viel mit sich, mit uns und dem Schiedsrichter hadern werden“, sagte die Bundestrainerin.  

Auch im Trainingsablauf des vorletzten Lehrgangs unter der Überschrift „Turnierrhythmus finden“ simulieren die DFB-Frauen bereits den Ernstfall. Alle vier Tage findet eine Testpartie verbunden mit einem Ortswechsel statt. „Man muss sich schnell wohlfühlen in seinem neuen Hotel, sich umgewöhnen und das nächste Spiel bestreiten“, erläuterte Neid den Stresstest.  

Hinter den schweren Steinmauern des Hotels Klosterpforte, wo sich auch Portugals Stars um Cristiano Ronaldo auf die WM 2006 vorbereiteten, stand in der vergangenen Woche die Verfeinerung von Pass- und Angriffsspiel auf dem Lehrplan. In Italien komme nun „genau der richtige Gegner, um in WM-Stimmung zu kommen“, freut sich Mittelfeldspielerin Ariane Hingst auf das Weltturnier. Und selbst im ländlichen Ostwestfalen sind die WM-Vorzeichen bereits unübersehbar: In einer kleinen Ortschaft lächelt Fatmire Bajramaj von dem großflächigen Werbeplakat am roten Backstein eines Bauernhauses.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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