Testspiel-Pleite
Frankreich verpasst DFB-Team einen Dämpfer

Die DFB-Elf hat im letzten Test vor der Nominierung des EM-Kaders gegen Frankreich erstmals nach zehn Spielen wieder verloren. Ein zuletzt häufig kritisierter Stürmer konnte sich dennoch ein wenig aus der Krise schießen.
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BremenFehlstart ins EM-Jahr: 100 Tage vor Beginn der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft beim einzigen Härtetest vor der Nominierung des Kaders auf ganzer Linie enttäuscht. In Bremen verlor die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw gegen Frankreich mit 1:2 (0:1) und konnte dabei nicht an die glänzenden Leistungen aus der EM-Qualifikation oder bei den Prestigeerfolgen gegen Brasilien und die Niederlande anknüpfen. Nach einer ordentlichen ersten halben Stunde enttäuschte der WM-Dritte vor allem in der zweiten Halbzeit und musste erstmals seit langem wieder ein gellendes Pfeifkonzert über sich ergehen lassen.

Durch die Niederlage verpasste die ersatzgeschwächte DFB-Auswahl, die seit 1987 gegen Frankreich ohne Sieg ist, auch ein passendes Abschiedsgeschenk für den am Freitag scheidenden Präsidenten Theo Zwanziger. Eine frustrierende Serie setzte zudem Torhüter Tim Wiese fort: Die etatmäßige Nummer zwei, die in ihrem Heimstadion eine 90-minütige Bewährungsprobe erhielt, wartet auch nach dem sechsten Länderspiel auf den ersten Sieg. Die Treffer für die zum 19. Mal in Folge ungeschlagenen Franzosen, die bei der EURO auf England, Schweden und Gastgeber Ukraine treffen, erzielten Torjäger Olivier Giroud (21.) und der eingewechselte Florent Malouda (69.), für die DFB-Auswahl verkürzte der eingewechselte Cacau in der Nachspielzeit (90.+1).

„Über so ein Spiel kann man noch viel sprechen“, sagte Thomas Müller: „Es war ein bisschen undiszipliniert. In der zweiten Halbzeit hatten wir eine bisschen eine zweigeteilte Mannschaft. Wir haben die Verteidigung schön alleine gelassen.“ Mats Hummels erklärte: „Die Balance hat nicht imemr ganz gestimmt. Nach dem 0:1 und 0:2 haben wir viele Räume offen gelassen. Die Franzosen haben nach dem 0:1 die Räume gut zugemacht, wir haben das weniger gut gemacht. Wenn alle da sind, haben wir eine überragende Mannschaft zusammen. Heute war das vielleicht noch nicht so eingespielt.“

Verletzungspech hatten derweil Andre Schürrle und der Franzose Franck Ribery vom deutschen Rekordmeister Bayern München. Schürrle musste mit einer „Abscherung des Nasenknorpels vom Nasenknochen“ kurz vor Pause vom Feld. „Ich hab leichten Druck auf der Nase“, sagte Schürrle. Er wird am Samstag für Bayer Leverkusen gegen die Bayern aber wohl mit einer Maske spielen können. Ob Ribery dann dabei sein wird, ist offen: Er verletzte sich bereits in der 3. Minute bei einem Zusammenprall mit Marco Reus am Oberschenkel, wirkte anschließend sichtlich gehemmt und musste zur Halbzeit ausgewechselt werden.

Löw hatte erstmals den Gladbacher Jungstar Reus von Beginn an aufgeboten. Auf den Außenpositionen der Viererkette erhielten Jerome Boateng und Dennis Aogo eine Bewährungschance. Im Zentrum durfte sich neben dem gesetzten Holger Badstuber der Dortmunder Mats Hummels beweisen.

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Sturm-und-Drang-Phase vor der Pause bleibt Strohfeuer

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