„Teufelsgipfel“ in der Champions League
Milan fordert Manu zum „Härtetest“

Den „Teufeln“ des AC Mailand flößt die „Hölle“ von Old Trafford keine Furcht ein. Vor dem Gipfeltreffen zwischen den „Red Devils“ von Manchester United und Milans „Diavoli“ im Halbfinal-Hinspiel der Champions-League strotzen die Italiener vor Selbstbewusstsein.

dpa MANCHESTER/MAILAND. „Wir siegen in Old Trafford und ziehen ins Finale ein“, tönte Milan-Präsident Silvio Berlusconi. „Manu“-Trainer Alex Ferguson dagegen stapelt angesichts seines ausgedünnten Star-Ensembles um den gerade zu Englands Fußballer des Jahres gewählten Cristiano Ronaldo tief: „Ich habe eine Notelf mit nur noch elf fitten Spielern“, klagte Fergusson. Ein 1:0-Heimsieg wäre deshalb schon sein Traumergebnis. „Das wird der härteste Test dieser Saison“, sieht Ferguson sein Team vor einer Charakterprobe.

Vor allem in die Abwehr hat die Verletzungsmisere große Löcher gerissen: „Der Ausfall von Rio Ferdinand, ist schon ein Vorteil für uns“, gab Milan-Trainer Carlo Ancelotti zu. Anders als Ferguson kann er aus dem Vollen schöpfen: Kapitän Paolo Maldini und Alessandro Nesta organisieren die Abwehr, der Brasilianer Kakà fordert Manchesters Ronaldo zum Duell der Mittelfeld-Giganten. In Abwesenheit des in der Fußball-Königsklasse nicht einsetzbaren Mailänder Ronaldo läuft Alberto Gilardino als einzige Spitze auf. „Bayern-Schreck“ Filippo Inzaghi behält Ancelotti als Joker in der Hinterhand.

Auch der an der Schulter verletzte Torwart Dida meldete sich noch rechtzeitig zurück. Ein gutes Omen, meinen die Milanisti. Bei Milans Finalsieg 2003 gegen Juventus Turin avancierte der Brasilianer schließlich ausgerechnet in Old Trafford mit drei gehaltenen Elfmetern zum Helden.

Die gute Erinnerung an die Stätte des letzten großen Triumphes und Manchesters Verletzungsmisere machen Milan Mut. „Wir haben keine Angst vor den Engländern“, betonte Ancelotti. Während Manu sich in der Liga zu einem 1:1 gegen Middlesbrough quälte, spielte Milan US Cagliari beim 3:1 an die Wand. Manchester scheint die Luft auszugehen, Milan dagegen läuft auf der Zielgeraden zu Hochform auf: „Der Sieg gegen Bayern München hat uns Kraft gegeben“, erklärt Marco Ambrosini den Höhenflug.

Eine 1:7-Demütigung, wie sie der AS Rom im Viertelfinale in Manchester hinnehmen musste, scheint deshalb undenkbar. „Wir werden Italiens Ehre hoch halten“, kündigte Berlusconi vielmehr Revanche für Roms Pleite an. Ein Sieg beim Tabellenführer der Premier League soll die Tifosi auch ein wenig über Italiens Abfuhr bei der Vergabe der EM 2012 hinwegtrösten.

Für Berlusconi geht es in Manchester um Italiens Fußballehre. Wenn nicht gar um mehr: Schließlich biete Italien im Halbfinale der Champions League den Engländern noch als einzige Nation Paroli. Im zweiten Semifinale treffen am Mittwoch der FC Chelsea und der FC Liverpool aufeinander. Weiter unklar war, ob Michael Ballack nach seiner am Wochenende erlittenen Knöchelverletzung bei Chelsea mitwirken kann.

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