Thomas Tuchel und der HSV
25-Millionen-Etat für den „Diktator“

Kommt Thomas Tuchel bald zum HSV? Der Verein soll ihn mit viel Geld für neue Spieler locken. Geht es nach dem Mainzer Ex-Torwart Heinz Müller, sollten die Hamburger besser die Finger von Tuchel lassen.
  • 0

Hamburg/ Frankfurt/MainzDer vom Abstieg bedrohte Fußball-Bundesligist Hamburger SV soll dem ehemaligen Mainzer Trainer Thomas Tuchel vom Sommer an einen Vierjahresvertrag bieten. Der HSV ködere Tuchel mit einem 25 Millionen Euro Spieler-Etat. Der 41-jährige Coach hatte sein Engagement beim FSV Mainz 05 nach der vorigen Saison vorzeitig beendet und ist noch bis zum 30. Juni vertraglich an die Mainzer gebunden. HSV-Aufsichtsratschef Karl Gernandt hatte Tuchel als einen der sehr attraktiven Namen bezeichnet, die zum Club passen würden, aber ein Engagement offen gelassen.

Währenddessen geistert Tuchel wie ein Schattenmann durch Fußball-Deutschland. Ob Hamburg, Stuttgart, Leipzig, egal wo auch immer ein Coach gesucht wird: Der Name des ehemaligen Trainers des FSV Mainz 05 ist dabei. Dem 41-Jährigen stehen alle Türen offen. Die freiwillig gewählte Auszeit des begehrtesten Trainers des Landes und damit die vertragliche Bindung an die Rheinhessen enden am 30. Juni. „Unbelastet“ könne er „neu anfangen“, sagte Tuchel in einem „Zeit“-Interview. „Zuletzt immer mehr“ habe er den Trainerjob vermisst. Entschieden hat er sich noch nicht, zumindest öffentlich.

Indes ist der begehrte Trainer nicht bei jedermann beliebt: Der Mainzer Ex-Torwart Heinz Müller erhebt nämlich schwere Vorwürfe gegen Tuchel. „Was er mit mir gemacht hat, war Mobbing hoch zehn. Tuchel ist ein Diktator“, sagt Müller dem Fachmagazin „Kicker“. Müller befindet sich derzeit in einer juristischen Auseinandersetzung mit seinem ehemaligen Verein FSV Mainz 05.

Kern des Vorwurfs: Tuchel soll maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass sich Müllers Vertrag beim Fußball-Bundesligisten nicht automatisch um ein Jahr verlängert hatte. 23 Pflichtspiele hätte Müller in der Saison 2013/14 dafür absolvieren müssen, unmittelbar vor der Winterpause verbannte ihn Tuchel aber aus dem Profikader. Der Fußballlehrer selbst war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Tuchel hat laut Müller gesagt, dass der Torwart „ab sofort weder die Nummer eins, noch die Nummer zwei, die Nummer drei oder Nummer vier“ sein werde. Am ersten Trainingstag nach der Winterpause habe Müller zudem einen ausgeräumten Spind vorgefunden, „sogar die Bilder meiner Kinder waren rausgerissen und in eine Kiste geworfen, die neben der Toilette stand“.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Müller in erster Instanz einen Prozess gegen seinen Ex-Club gewonnen hatte, dessen Urteil weitreichende Folgen für Vereine und Verbände haben könnte. Heinz Müller hatte gegen die Befristung seines Vertrages geklagt und recht bekommen. „Mir ging es niemals und geht es auch heute nicht um ein Grundsatzurteil.“ Der FSV Mainz 05 kündigte bereits an, das Urteil anzufechten.

Seite 1:

25-Millionen-Etat für den „Diktator“

Seite 2:

„Er hat das, was andere nicht haben“

Kommentare zu " Thomas Tuchel und der HSV: 25-Millionen-Etat für den „Diktator“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%