Tickets wurden nicht zurückgegeben
WM-OK sucht Grund für leere Plätze in Leipzig

Das WM-OK ist weiter auf der Suche nach dem Grund für die leeren Plätze beim WM-Spiel Niederlande gegen Serbien-Montenegro in Leipzig. Jetzt soll überprüft werden, aus welchen Kontingenten die Karten stammen.

Die leeren Plätze im Leipziger Zentralstadion beim WM-Spiel Niederlande gegen Serbien-Montenegro (1:0) sorgen beim deutschen WM-Organisationskomitee für Rätselraten. Zum ersten Mal bei dieser Weltmeisterschaft wies ein Stadion sichtbare Lücken auf den Rängen auf.

Am Tag danach hatte OK-Sprecher Gerd Graus noch keine Erklärung: "Wir überprüfen, aus welchen Kontingenten die freien Plätze stammen. Sie sind nicht an uns zurückgegeben worden, sonst hätten wir sie in den freien Verkauf gegeben." Die Erklärung, dass viele Fans lieber hätten stehen wollen - was auf dem breiten Gang oberhalb der letzten Sitzreihe in Leipzig bequem möglich ist - schien selbst dem OK zu dünn. Paradox: Im gleichen Atemzug korrigierte das OK die offiziell für Leipzig angegebene Zuschauerzahl von 37 216 auf 43 000, ausverkauft, nach oben.

600 Karten in Hamburg auf dem Schwarzmarkt

Auch in einem anderen Fall gab es am Montag erst einmal nur ein Schulterzucken. Laut Hamburger Abendblatt wurden in Hamburg vor dem Spiel Argentinien - Elfenbeinküste rund 600 Karten vor dem Stadion auf dem Schwarzmarkt für 150 statt 60 Euro angeboten. Sie trugen den Aufdruck "Elfenbeinküste, Abteilung Sportreisen".

Graus: "Die Tickets für die Verbände fallen in den Bereich der Fifa. Diesem Vorfall, wenn er stimmt, muss die Fifa nachgehen. Aber es ist seit Jahren bekannt, dass es mit Tickets von Sponsoren oder von Verbänden aus ärmeren Ländern immer wieder Probleme geben kann."

In Einzelfällen allerdings waren die Kontrolleure erfolgreich. In Köln wurde eine Gruppe erwischt, die über den Zaun klettern wollte - Rausschmiss und Hausverbot. Und auch der Zuschauer, der seinem draußen wartenden Kumpel das Ticket durch das Gitter zuschieben wollte, wurde erwischt.

Stichprobenartige Kontrollen

Tausende von Kontrollen sind laut Graus seit WM-Beginn stichprobenartig durchgeführt worden. Allein bei Angola - Portugal in Köln mussten rund 100 Personen die so genannte Clearing-Stelle aufsuchen, bei der Unstimmigkeiten ausgeräumt werden sollen. Wie viele Fans letztlich abgewiesen wurden, vermochte das OK nicht zu sagen.

Und da wegen der Menschenmassen sowieso nur Zufallskontrollen möglich sind, kam auch die Mexikanerin, deren Ticket auf den Namen eines männlichen deutschen Verwandten ausgestellt war, problemlos ins Stadion.

Offene Fragen bleiben

Unbeantwortet blieb auch die Frage, ob es schon vorgekommen sei, dass freie Pätze mit den freiwilligen Helfern, den Volunteers, aufgefüllt worden seien, um nicht nur ein ausverkauftes, sondern auch ein volles Stadion zu haben. Diese Idee war im Vorfeld der WM im OK angedacht worden. In Leipzig jedenfalls kam sie nicht zum Tragen.

Graus: "Das Problem des Nichterscheinens betrifft jeden Ausrichter von Großveranstaltungen. In Leipzig fiel es richtig auf. Aber schon in Frankfurt, beim Spiel England - Paraguay sind 250 Journalisten nicht erschienen, ohne sich abgemeldet zu haben." Diese "No Shows" können im Wiederholungsfall dazu führen, dass die Medienvertreter keine Match-Tickets mehr erhalten.

© SID

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