Tierschützer kritisieren Beckham
Ärger um Känguru-Leder am Fuß

Dass David Beckham springt ein Känguru ist nicht erwiesen, aber trotzdem schwört der englische Fußball-Star auf Schuhe aus dem Leder der australischen Beuteltiere. Britische Tierschützer sind darüber "not amused".

HB LONDON/HERZOGENAURACH. Diese kritisierten die Tötung der Beuteltiere zur Herstellung von Beckhams Lieblingsschuhen. Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft orderte daraufhin zwar Modelle aus synthetischem Leder, allerdings nur aus Modegründen, wie die Herstellerfirma adidas betonte. Er werde auch weiter in Schuhen aus Känguruleder spielen.

"In keinster Weise kann das Schlachten von Mill. Kängurus zur Herstellung von Fußballschuhen gerechtfertigt werden", meinte Justin Kerswell von der Tierschutzorganisation Viva. Die Gruppe habe Beckham ein Video geschickt, das anschaulich zeige, wie Baby-Kängurus getötet und gehäutet werden. Die Känguruhaut werde anschließend zu Fußballschuhen des Typs "Predator" der Firma adidas verarbeitet.

David Beckham, der bis 2008 einen millionenschweren Werbevertrag mit adidas besitzt, bestellte daraufhin "Predator"-Modelle aus synthetischem Leder. Jedoch nur, weil er "sehr modebewusst" sei und gerne "neue Farben und Designs" probiere, erklärte adidas-Sprecherin Anne Putz. Der Sportartikelhersteller gehe davon aus, dass Beckham auch bei der WM in Schuhen aus Känguruleder spielen werde.

Der "Predator" ist der bekannteste Fußballschuh der Welt. Als er 1993 das erste Mal auf den Markt kam, war er noch nicht aus Tierhaut, sondern ausschließlich aus synthetischen Produkten hergestellt worden. Erst vor drei Jahren verwendete adidas erstmals Känguruleder. Sowohl der Sportartikelhersteller als auch die australische Regierung und die Känguruindustrie betonen, dass die Tiere keine Schmerzen empfänden, wenn sie getötet werden. "Wir wissen, dass das nicht stimmt", meinte jedoch Tierschützer Kerswell.

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