Titel im ersten großen Turnier
Löw steht vor seinem Meisterstück

Nur zwei Jahre nach seiner Inthronisierung könnte sich Joachim Löw schon die europäische Krone aufsetzen. Sollte den 48 Jahren alten Bundestrainer das Meisterstück gelingen, ist das aber längst noch nicht alles. Luft nach oben bleibt Löw auch nach dem Euro-Finale.

HB TENERO. Für den Badener ist sein erstes Turnier als Chef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft eine Riesen-Erfahrung, von der er später profitieren wird: Der unerbittliche Erfolgsdruck des Amtes, die vielen emotionalen Momente, die Ohnmacht als gesperrter Trainer hinter Glas, das öffentliche Interesse an sich und seiner Familie - und jetzt der Höhepunkt in Wien. „Es ist eine schöne Erfahrung, mit der Nationalmannschaft im Finale dabei zu sein“, sagte der Bundestrainer vor dem Duell gegen die Spanier.

Löw liebt diese Extremsituationen, nicht nur im Fußball. Er ist schon bis auf den Kilimandscharo gestiegen, am Lago Maggiore radelte er immer wieder mit dem Mountainbike in die Berge. „Natürlich spürt man die Verantwortung, den Druck, aber das ist doch schön“, hat Löw in den Tagen im Tessin verraten. „Ich bin risikofreudig und möchte immer wieder ans Limit kommen.“ Im Ernst-Happel-Stadion wird Löw wieder mit exakt hochgekrempelten Hemdsärmeln die Momente vor dem Anpfiff „aufsaugen“, wie es einst sein Vorgänger Jürgen Klinsmann beschrieben hatte. Gemeinsam waren sie beim Confed-Cup 2005 und bei der WM 2006 trotz begeisternden Fußballs kurz vor dem finalen Moment gescheitert. „Jetzt haben wir den Sprung über das Halbfinale geschafft. Deshalb wird es auch für mich persönlich am Sonntag ein ganz besonderer Moment“, sagte Löw vor der Abreise nach Wien.

Der „nette Herr Löw“ hat den Klinsmann'schen Kurs mit der Eliteauswahl des deutschen Fußballs konsequent fortgesetzt und noch verfeinert. Er ist auch innerlich der Mann, „der für dieses System steht“, bemerkte DFB-Präsident Theo Zwanziger, der Löw am liebsten schon jetzt als Bundestrainer-Dauerlösung auch für die Zeit nach der WM 2010 installieren würde. „Warum sollen wir mit dem Zweitbesten zufrieden sein, wenn wir das Beste erreichen können?“ - dieser vor Turnierbeginn geäußerte Satz ist im Nationalteam mittlerweile tief verwurzelt.

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