Tod am Rande des Confed Cups
2003: „Ein Löwe stirbt nie, er schläft nur“

Vor zwei Jahren brach der Kameruner-Spieler Marc-Vivien Foé auf dem Rasen zusammen - die Fußballwelt war am Rande des Confed Cups schockiert.

HB BERLIN. Marc-Vivien Foé war immer dabei. Sein Porträt haben die Spieler aus Kamerun und Frankreich auf das Feld getragen, dann auf der Bank abgestellt. Die Ersatzspieler trugen alle Foés grünes Trikot mit der Nummer 17, auch Winfried Schäfer, der deutsche Trainer der Kameruner Mannschaft.

Es war am 26. Juni 2003 in Lyon. Am Donnerstag vor dem Finale war es heiß, sehr heiß, bis zu 37 Grad. Das Halbfinale gegen Kolumbien stand am Ende einer langen Kräfte zehrenden Saison. In der 72. Spielminute bricht Marc-Vivien Foé ohne Einwirkung eines Gegenspielers bewusstlos zusammen. Wenige Minuten später stirbt er an Herzstillstand. Der Confed Cup des Jahres 2003 stand im Zeichen des tragischen Todes des Kameruner Nationalspielers. Auffällig war, dass in den meisten Zeitungen der Welt zuvor kaum eine Zeile über das Turnier geschrieben stand. Das änderte sich erst, nachdem Foé in der Notaufnahme des Stadions von Lyon aufgehört hatte zu atmen.

Es galt also Abschied zu nehmen von einem 28-Jährigen Fußballidol und zugleich das Finale des Confederation Cups hinter sich zu bringen. Der Chef des Fußball-Weltverbandes Fifa, Joseph Blatter, der das Turnier hernach eigentlich in Foé-Pokal umbenennen wollte, hatte sein Spiel bekommen. Zwei Frauen hatten es so entschieden. Foés Mutter und seine Frau, weil "er es so gewollt hätte". Das Stadion hatte sich in eine Kathedrale verwandelt. Und am Ende der Trauerfeier musste trotzdem ein Sieger feststehen.

Durch ein Golden Goal von Thierry Henry in der 97. Minute gewann Frankreich das Turnier. Gemeinsam hoben die Kapitäne beider Mannschaften, Marcel Desailly und Rigobert Song, nach dem Spiel die Trophäe bei der Siegerehrung in den Abendhimmel. Die 52 000 Zuschauen im Stade de France skandierten Foés Namen. Einer hatte ein Pappschild mir der Aufschrift "Ein Löwe stirbt nie, er schläft nur" dabei.

Thierry Henry wurde zum Spieler des Turniers gewählt. Marc-Vivien Foé zum drittbesten. Joseph Blatter wurde ausgepfiffen. Und Foés Familie verklagte den französischen Fußballverband wegen mangelnder medizinischer Unterstützung,

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