Todesfälle in Katar
Theo Zwanziger mahnt Ethik-Kommission an

Die Todesfälle nepalesischer Gastarbeiter in Katar haben weltweit für Erschütterung gesorgt. Es wird bereits von „moderner Sklaverei“ gesprochen. FIFA-Präsident Theo Zwanziger fordert nun Aufklärung.
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BerlinDer ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger (68) hat nach dem neuerlichen Skandal um WM-Gastgeber Katar ein Einschreiten der Ethik-Kommission des Fußball-Weltverbandes FIFA gefordert. „Im Gesamtkomplex Katar ist dies ein weiterer Gesichtspunkt, der der FIFA-Ethik-Kommission mit Herrn Garcia und Herrn Eckert eine sorgfältige Untersuchung der WM-Vergabe an Katar nahegelegt werden müsste“, sagte das Mitglied im FIFA-Exekutivkomitee der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Samstag-Ausgabe).

Der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert, Leiter der 6. Strafkammer des Landgerichts München, ist Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer der Ethik-Kommission der FIFA. Er ist auf Wirtschaftsverfahren spezialisiert. Die ermittelnde Kammer wird vom US-Amerikaner Michael Garcia geleitet.

Bereits die WM-Vergabe im Dezember 2010 an Katar war von Korruptionsversuchen überschattet worden. Außerdem hatte sich der Sommertermin der WM-Endrunde 2022 als nicht tragbar erwiesen, zuletzt wollte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter die WM in den November/Dezember 2022 verlegen. UEFA-Chef Michel Platini (Frankreich) favorisiert hingegen eine WM im Januar/Februar 2022.

Die britische Zeitung The Guardian hatte über zahlreiche Todesfälle auf den Baustellen für die Weltmeisterschaft 2022 im Emirat am Persischen Golf berichtet. Allein 44 nepalesische Gastarbeiter sollen zwischen 4. Juni und 8. August ums Leben gekommen sein, zur Hälfte an Herzversagen oder bei Arbeitsunfällen. Die FIFA hatte bislang lediglich konstatiert, „besorgt“ über die Berichte zu sein und die Verantwortlichen in Katar zu kontaktieren. Laut „FAZ“ reagierte auch das WM-Organisationskomitee in Katar „entsetzt“ über die Berichte und kündigte eine Ermittlung der zuständigen Behörden an.

Generalsekretärin Sharan Burrow vom Internationalen Gewerkschaftsbund IGB nennt die Ausbeutung von Gastarbeitern in Katar „moderne Sklaverei“ und befürchtet Tausende Todesfälle. „Wenn sich da nicht sofort etwas ändert, wird die WM mit 4000 toten Arbeitern bezahlt“, hatte die Australierin (58), oberste Vertreterin von weltweit 174 Millionen IGB-Mitgliedern, im SID-Interview gesagt.

„Die nepalesische Botschaft schätzt offiziell, dass jedes Jahr 200 nepalesische Migranten sterben. Die indische Botschaft schätzt auch jährlich 200 Tote“, sagt Burrow, die aber von noch schlimmeren Zahlen ausgeht: „Wir sind der Ansicht, dass die wirkliche Todesrate weitaus höher ist.“ Die Arbeitsbedingungen, bestätigt Burrow, die schon mehrmals selbst vor Ort war, seien „unmenschlich“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Todesfälle in Katar: Theo Zwanziger mahnt Ethik-Kommission an"

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  • Ich verstehe ohnehin nicht, dass man die Spiel an ein so attavistisches Land vergeben konnte, das z.B. das Tragen von Kreuzen verbietet, ..... und das hohe Strafen für den Besitz und das Mitführen einer Bibel vorsieht. Ich meine, mit solchen Barbaren setze ich mich doch nicht einmal an einen Tisch - viel weniger, dass ich ihnen diese wunderschönen Fußballspiele gönne. Auch hat dieses Land überhaupt keinen Bezug zum Fußball. Wer kann schon in diesen Nachthemden und Kopftüchern, die sie tragen, eine Sportart ausüben?

  • Was gibts da noch aufzuklären? 44 Menschen sind sinnlos gestorben. FIFA-Präsident Blatter und Theo Zwanziger haben Blut an deren Händen. Verachtenswert.

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