Tödlicher Schuss auf Fan
Nach Todesschuss: Paris Saint-Germain unter Druck

Nach dem tödlichen Schuss eines schwarzen Polizisten auf einen Hooligan gerät der französische Fußballverein Paris Saint- Germain (PSG) wegen seiner rassistischen Fans zunehmend unter Druck. Erboste Anwohner des Prinzenpark-Stadions forderten die Auflösung des Erstliga-Clubs.

HB PARIS. Zeitungen attackierten den PSG als „Verein der Schande“ und warfen der Vereinsführung vor, rechtsradikale Gewalttäter zu dulden. „Das ist die düsterste Stunde des PSG“, sagte Club-Präsident Alain Cayzac. „Ich schäme mich.“ Der PSG-Sicherheitschef Jean-Philippe d'Hallivillée gestand ein, dass das Gewaltproblem bei den Fanclubs nicht gelöst sei, wies eine Verantwortung des Vereins aber zurück. „Das ist die Tat einer Minderheit“, sagte er dem „Parisien“ (Samstag-Ausgabe). „Wenn 40 000 Menschen zusammenkommen, ist man niemals sicher.“ Die Tat habe sich außerhalb des Stadions zugetragen.

Nach dem UEFA-Pokal-Spiel gegen Hapoel Tel Aviv (2:4) am Freitag hatten 150 PSG-Fans Jagd auf Anhänger des israelischen Vereins gemacht. Sie hetzten dabei auch einen Polizisten in Zivil, der einen verfolgten französischen Anhänger von Hapoel beschützen wollte. Die gewaltbereiten Fans riefen nach Angaben von Zeugen „Frankreich den Franzosen“ und „dreckiger Jude“ sowie „dreckiger Neger, dich bringen wir um“. Der Polizist wehrte sich zunächst mit Tränengas und gab schließlich einen Schuss ab, der einen 24-Jährigen tötete. Ein 26- jähriger Fans wurde bei dem Vorfall schwer an der Brust verletzt. Der Pariser Staatsanwalt Jean-Claude Marin bescheinigte dem Polizisten eine „bemerkenswerte Kaltblütigkeit“. Der Beamte habe beim Schutz des jüdischen Fans Mut bewiesen und nur einmal gefeuert, nachdem er einen Tritt in den Bauch bekommen und zu Boden geworfen worden sei. Gegen ihn wurde wie in solchen Fällen in Frankreich üblich ein Ermittlungsverfahren wegen „tödlicher Gewalt mit Waffen“ im Zustand „legitimer Selbstverteidigung“ eingeleitet.

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