Togos WM-Quartier
Heiliger Rasen

Die Nationalmannschaft von Togo bezieht ihr WM-Quartier im Allgäu. Wie sich die Stadt Wangen darauf vorbereitet. Und wie sie davon profitieren will.

WANGEN. Der erste Togolese ist schon da. Steht herum im Frühstücksraum. Macht keinen Mucks. Spielt, wo ihn sein Chef hinstellt. "Parwi" haben sie ihn getauft, die Servicekräfte vom Hotel Waltersbühl in Wangen im Allgäu. Ein Kerl wie ein Baum, im kanariengelben Trikot.

Parwi ist eine Puppe, Platzhalter für Togos Nationalteam, das hier in Kürze sein WM-Quartier bezieht. Dann macht Hotelchef Dieter Kieninger für den Gast aus Afrika den Laden dicht und zieht einen Zaun ums Areal, 356 Meter lang. Das Team Togo braucht Ruhe.

Davon hat Wangen jede Menge. Mehr sogar, als manchem lieb ist. Michael Lang etwa, dem parteilosen Oberbürgermeister, der für die Freien Wähler im Kreistag sitzt. Seit Lang 2001 das Zepter übernahm, weht ein frischer Wind durch die Altstadtgassen. Seine wichtigste Amtshandlung: Wangen zur WM-Stadt machen. Von langer Hand hat er das vorbereitet und die lokale Wirtschaft mit ins Boot geholt. "Wir haben uns von Anfang an auf Afrika konzentriert", sagt Hotelier Kieninger. Weil da die Chancen besser stehen.



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Und auch weil, wie es der Zufall will, Hermann Selbherr, der Afrika-Beauftragte des DFB, in Wangen wohnt. Die erfolgreiche WM-Bewerbung sei "zum Großteil sein Verdienst", gesteht OB Lang.

Wangen ist eine Stadt wie aus dem Bilderbuch: ein Luftkurort am südöstlichsten Rande Baden-Württembergs mit kopfsteingepflasterter Altstadt, historischen Stadttoren und viel Fachwerk. 1400 Betten, 27 000 Einwohner, pro Jahr fast zehnmal so viele Übernachtungsgäste wie Einwohner. Und eine Arbeitslosenquote, die fünf Prozent nur selten übersteigt.

Jetzt kommen auch noch die Togolesen, und die Wirtschaft ist hocherfreut.

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