Top-Clubs auf Tour
Fußball-Klubs verdienen am Sommerkick prächtig

Der lockere Sommerkick ist für viele Fußballvereine längst ein Millionengeschäft: Europas Top-Klubs reisen durch die ganze Welt und lassen sich ihre Freundschaftsspiele gut bezahlen. Besonders in asiatischen Stadien werden die Kicker gefeiert wie Rockstars.

KÖLN. Der Streit der Fans beim irischen Rekord-Fußballmeister Shamrock Rovers war programmiert. Die eine Hälfte freute sich auf den Auftritt von Real Madrid am vergangenen Montag, die andere war empört über den Eintrittspreis. 60 Euro kostete ein Ticket für das Freundschaftsspiel im Tallaght Stadium. Bei Ligaspielen zahlen die Rovers-Fans nur 15 Euro. Doch damit ließ sich die Antrittsprämie für Real nicht finanzieren.

Am Ende ging die Rechnung auf: Das Kontingent von 9 000 Tickets war rasch vergriffen. Die veranstaltende Agentur Platinum One ließ gar eine zusätzliche Tribüne für 1 200 Zuschauer errichten. Die Anwesenden freuten sich darüber, wie gut ihr Klub mithielt: Erst in der 87. Minute traf Reals Neuzugang Karim Benzema zum 1:0-Endstand.

Das Geschäft mit Freundschaftsspielen und Turnieren zwischen den Spielzeiten lassen sich nur noch wenige Spitzenvereine in Europa entgehen. Weil auch in dieser Zeit viel Geld mit Fußball zu verdienen ist, wächst ein Markt jenseits des Ligabetriebs. "Die Antrittsprämien für die Top-Klubs sind teilweise so hoch, dass die Vereine bei Freundschaftsspielen das unternehmerische Risiko oft lieber an eine Agentur abgeben", sagt Olaf Bauer, Geschäftsführer von The Sports Promoters (TSP), einer im April gegründeten Tochterfirma des Hamburger Sportrechtevermarkters Sportfive.

Immer häufiger tingeln die zugkräftigen Klubs durch die Welt und kassieren. Real Madrid ist dabei selten für weniger als eine Million Euro zu haben. Ein Verein, der regelmäßig in der Champions League Erfolge verzeichnet, bringt es auf eine halbe Million Euro Prämie. Sogar Klubs, die bei internationalen Wettbewerben ständig in der Vorrunde scheitern, können noch sechsstellige Summen verlangen.

So verspricht der Reiseplan mancher renommierter Vereine mittlerweile soviel Stress wie ein touristischer Kurztrip "Europa in drei Tagen". Manchester United und der FC Liverpool beispielsweise gehen auf Asien-Tournee. Die Stationen Dublin, Toronto, Washington und Dortmund beschreiben nicht die Tour-Route der Rolling Stones, sondern die von Real Madrid.

TSP besitzt einen Kooperationsvertrag über vier Jahre mit dem spanischen Rekordmeister. Ein bis zwei Freundschaftsspiele veranstaltet die Agentur pro Saison für den Verein. So gibt sich Real auch beim 100-jährigen Vereinsjubiläum von Borussia Dortmund die Ehre. Für das Gastspiel im Signal Iduna Park Mitte August verlangen die "Galaktischen" rund eine Mio. Euro. TSP hat die kompletten Rechte übernommen. Das Geld soll durch ein volles Stadion, Bandenwerbung und die Vermarktung der TV-Rechte wieder an die Agentur zurückfließen.

Das Geschäft läuft gut an. Am ersten Tag des Karten-Vorverkaufs griffen 40 000 Fans zu. "Wir rechnen mit einem ausverkauften Stadion", sagt TSP-Geschäftsführer Bauer. Das Fernsehen wird das Spiel voraussichtlich live übertragen. Über die Extra-Zeit im TV freuen sich die Sponsoren - und damit wird das Spiel für alle Beteiligten zum guten Geschäft.

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