Tor-Gala gegen Ukraine
Spanien spielt sich in den Favoritenkreis

Zum 23. Mal ist die spanische Nationalmannschaft unter Trainer Aragones ohne Niederlage geblieben. Beim 4:0-Erfolg gegen die Ukraine überzeugten die "jungen Toreros" auf ganzer Linie.

Noch vor dem Abpfiff ihres Auftaktspiels feierten die spanischen Fans ihre "jungen Toreros" für deren 4:0 (2:0)-Erfolg gegen WM-Neuling Ukraine als neuen Weltmeister. "Viva Espana", klang es aus über 10 000 Kehlen im erneut nicht komplett gefüllten Leipziger Zentralstadion. Und einen deutschen Vers hatten die Iberer auch parat: "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin." Nach dem höchsten Auftaktsieg in ihrer leidvollen WM-Geschichte scheint das kein unerfüllbarer Traum zu sein.

Doppel-Torschütze David Villa fühlte sich "extrem glücklich", dachte bei seinen Treffern an "Familie, Dorf und Tochter" und träumt nun wie die Fans in der Heimat vom Endspiel. "Ich hoffe, wir sind jetzt ein Titelkandidat. Wir haben Spanien den ersten von vielen schönen Abenden beschert", sagte der 24-Jährige.

Auch Trainer Luis Aragones bremste die Euphorie nicht. "Wir sind hier, um Weltmeister zu werden", tönte der 67-Jährige. Und Diego Maradona, als "Späher" für den laut Aragones schärfsten Titelrivalen Argentinien unterwegs, sprach vom "bisher stärksten Match des Turniers".

Spanien zum 23. Mal unter Aragones ohne Niederlage

Nach dem 23. Spiel ohne Niederlage unter seiner Regie war Aragones, der "Weise von Hortaleza", sichtlich gut gelaunt. Auf dem Plaza de Colon von Madrid versammelten sich unterdessen Tausende begeisterte Anhänger und feierten ihre Helden. Im Madrider Stadtviertel Hortaleza, wo der Nationalcoach geboren wurde, lagen sich wildfremde Menschen in den Armen.

Die wie selten zuvor in der Heimat beliebte "Seleccion" hatte auch ohne Superstar Raul in der Startelf mit trickreichem Tempofußball überzeugt. Xabi Alonso (13.) nach einer Ecke per Kopf, Villa mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 20 Metern (17.) und einem Foulelfmeter (48.) sowie Fernando Torres (81.) nach einer Traumkombination sorgten für den bis dato höchsten Sieg dieser WM. Vor dem Strafstoß hatte Wladislaw Waschtschuk wegen seiner Attacke gegen Torres einen Platzverweis erhalten. "Das war kein Rot und auch kein Elfer", schimpfte der enttäuschende Andrej Schewtschenko.

Schewtschenko ohne Glanz

Statt des Superstars der Ukraine sorgten die wie aus einem Guss spielenden Spanier für die Show im 33 Grad heißen Backofen von Leipzig. Der als Spieler des Tages geehrte Mittelfeldmann Xavi meinte: "Die frühen Tore haben die Ukraine zerstört. Aber wir denken schon weiter, wir wollen den WM-Titel." Davon waren frühere Starteams immer weit entfernt. Mit Ausnahme von Rang vier 1950 war bei den elf Endrunden-Teilnahmen immer spätestens im Viertelfinale Endstation.

Den Ukrainern droht nach der lustlosen Vorstellung die vorzeitige Heimreise. "Das 0:4 ist eine Schande", meinte Nationaltrainer Oleg Blochin: "Wir haben phasenweise wie die schlechteste Mannschaft Europas gespielt. Ich muss mich bei den Fans für die schlechte Einstellung der Spieler entschuldigen."

Ukraine muss sich deutlich steigern

Schewtschenko konnte nach eigenen Angaben ohne Schmerzen im Knie spielen. "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent - aber die Mannschaft besteht nicht nur aus einem Spieler", sagte der 29-Jährige. Leverkusens Andrej Woronin gehörte zu den Besseren, verschwand wortlos im Bus.

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