Torhungrige Eidgenossen
Schweiz und Ukraine wollen WM-Geschichte schreiben

Für die Schweiz und die Ukraine ist bereits das Erreichen des WM-Achtelfinales ein riesen Erfolg. Doch beide Teams wollen sich nicht damit zufrieden geben, sondern planen weiter WM-Geschichte zu schreiben.

Die beiden Überraschungsteams aus der Schweiz und der Ukraine wollen weiter WM-Geschichte schreiben. Dafür konzentrieren sich die Mannschaften auch voll auf die heute anstehende Achtelfinalpartie (21.00 Uhr/live in ARD und Premiere) in Köln. Dafür wurde auch beim Feiern kürzer getreten. "Wir müssen wieder an die Schmerzgrenze gehen - und auch darüber hinaus", forderte Mittelfeldspieler Tranquillo Barnetta vor dem K.o.-Spiel der noch unbesiegten Eidgenossen gegen Debütant Ukraine.

Die Zuversicht der mit sieben Bundesliga-Legionären gespickten Schweizer ist nach dem ersten WM-Achtelfinal-Einzug seit 1994 grenzenlos. Als einzige Mannschaft des Turniers ist die Elf von Trainer "Köbi" Kuhn noch ohne Gegentor und "stürzt unsere Fußball-Nation allmählich ins Delirium", wie die Neue Zürcher Zeitung titelte. Das Boulevardblatt Blick liebäugelt in der Euphorie sogar schon mit einem möglichen Viertelfinale gegen den großen Nachbarn: "Wir träumen von Italien."

Schweizer verzichteten sogar auf Siegesfeier

Um die Erwartungen ihrer Landsleute zu erfüllen, verzichteten die bislang präzise wie ein Uhrwerk arbeitenden Helvetier nach dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Südkorea (2:0) am Freitag sogar auf eine Feier in einem Beach Club in Hannover. Bei Stürmer Alexander Frei kam trotzdem Partystimmung auf. Der 26 Jahre alte Frankreich-Legionär träumt nach seinen zwei Turniertoren weiter vom ganz großen Coup der "Nati", nachdem er jüngst schon vom WM-Titel gesprochen hatte. "Mein Ziel ist immer noch das Gleiche", sagte Frei, relativierte aber: "Eigentlich ist alles, was jetzt noch kommt, ein Bonus."

Ähnlich sieht es Ukraines Coach Oleg Blochin, der sich der Unterstützung der Klitschko-Brüder und der "Kalinka"-Klänge auch in Köln gewiss sein kann. "Wir haben unser Ziel erreicht, aber unser Weg ist noch nicht zu Ende", sagte der einstige Weltklassestürmer, der ein halbes Dutzend seiner Profis zu einer Autogrammstunde auf den Potsdamer Luisenplatz schickte und den restlichen Stammspielern am Samstag trainingsfrei gab.

Schewtschenko: "Wir wollen uns nicht stoppen lassen"

Auch der immer besser in Form kommende Stürmerstar Andrej Schewtschenko warnte die Schweizer. "Wir wollen uns einfach nicht stoppen lassen", erklärte "Schewa", der es im direkten Duell wohl mit seinem bisherigen Klubkollegen Johann Vogel vom AC Mailand zu tun bekommt.

Allerdings plagen beide Teams große personelle Sorgen im Abwehrbereich. Während die Ukraine wegen der Gelbsperren von Wjatscheslaw Swiderski und Andrej Rusol ihre komplette Innenverteidigung ersetzen muss, fällt bei der Kuhn-Elf Defensivboss Philippe Senderos (Schulterverletzung) aus. Für den England-Legionär von Arsenal London soll sein 19 Jahre junger Vereinskollege Johan Djourou die Abwehr zusammenhalten.

Kuhn: "Das gibt es vielleicht in 100 Jahren nicht mehr"

Für Coach Kuhn kein Problem. "Die Stärke dieser Mannschaft ist, dass fast jeder ersetzbar ist", sagte der 62-Jährige und deutete an, dass der Stuttgarter Ludovic Magnin in die Startelf zurückkehren werde. Von seiner "Nati" schwärmte Kuhn: "Es ist verrückt, was sich hier für ein Team gefunden hat. Das gibt es vielleicht in 100 Jahren nicht mehr. Wir können uns mit den ganz Großen messen. Wir haben keine Prüfungsangst, denn wir haben unsere Prüfung bereits bestanden."

Die große Stunde soll für die Schweizer, deren Mannschaftsbus die Aufschrift "It´s swiss o´clock" trägt, in Köln auch dank Torhüter Pascal Zuberbühler schlagen. Der in seiner Heimat häufig kritisierte ehemalige Leverkusener ist jetzt der große Rückhalt seiner Elf. "Für mich ist bei der WM ein Traum in Erfüllung gegangen. Dass ich noch ohne Gegentor bin, ist das I-Tüpfelchen", meinte der Schlussmann.

© SID

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