Torsten Frings gesperrt
„Die Mannschaft ist sehr enttäuscht“

Die deutsche Nationalmannschaft muss im WM-Halbfinale gegen Italien auf Mittelfeldspieler Torsten Frings verzichten. Die Fifa sperrte den 29-Jährigen wegen einer Tätlichkeit nach dem Erfolg gegen Argentinien für zwei Partien. Italienische Medien hatten Frings auf die Anklagebank des Weltverbandes gesetzt. Doch auch für die die "Azzurri " gibt es schlechte Nachrichten.

HB BERLIN. Die Fifa setzte die Sperre gegen Frings für das zweite Spiel für sechs Monate auf Bewährung aus. Damit kann Frings im Finale oder im Spiel um den dritten Platz wieder dabei sein.

Nach der Auswertung von Fernsehbildern sah es der Disziplinarausschuss des Fußball-Weltverbandes als erwiesen an, dass Frings dem argentinischen Stürmer Julio Cruz im Zuge der Rangeleien nach dem Elfmeterschießen am Freitag einen Schlag ins Gesicht versetzte. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) habe die Vorwürfe nicht entkräften können, erklärte die Fifa. Frings wurde zudem zu einer Geldbuße von 5000 Schweizer Franken verurteilt. Der slowakische Schiedsrichter Lubos Michel hatte den Vorfall nicht geahndet.

Weil Frings zuvor provoziert worden sei, erkannte die Fifa-Disziplinarkommission auf mildernde Umstände. Das Urteil ist rechtskräftig. Bei einer Sperre unter drei Spielen ist eine Berufung nicht möglich. Sollte sich Frings erneut eine Tätlichkeit erlauben, müsste er die volle Strafe verbüßen.

Unmittelbar nach dem deutschen Erfolg im Elfmeterschießen gegen die Südamerikaner war es zu Rangeleien zwischen Spielern und Offiziellen beider Seiten gekommen. Dabei trat der nicht eingesetzte argentinische Abwehrspieler Leandro Cufre dem deutschen Innenverteidiger Per Mertesacker in den Unterleib und sah daraufhin die Rote Karte. Mittelfeldspieler Maxi Rodriguez schlug dem deutschen Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger auf den Kopf. Die Fifa leitete auch Disziplinarverfahren gegen Rodriguez und Cufre ein.

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff wurde auf dem Flug nach Dortmund von der Fifa telefonisch über die Sperre informiert. "Die Mannschaft ist sehr enttäuscht über die Entscheidung der Fifa", sagte Bierhoff. "Wir werden die Entscheidung der Fifa akzeptieren." Die Sache sei nun abgehakt. Frings bekomme ein Sondertraining, damit er für das Finale fit sei. Frings hatte seine Unschuld beteuert und erklärt, er habe bei einer Rangelei nach Spielende seine Hände zum Schutz nach vorne gestreckt. "Mehr war nicht." Der Argentinier Cruz hatte Frings sogar entlastet: "Ich habe keinen Faustschlag bekommen, zumindest habe ich nichts gespürt."

Besondere Brisanz für das Halbfinale am Dienstagabend liefert der Umstand, dass die Fifa von italienischen Fernsehbildern auf den Schlag von Frings aufmerksam wurde. Sie hatte den Fall am Sonntagmittag zunächst für abgeschlossen erklärt und von Strafen gegen deutsche Spieler und Offizielle abgesehen. Erst nach Bekanntwerden der neuen Bilder wurde sie wieder tätig.

Als zentraler Defensivspieler im Mittelfeld nimmt Frings eine wichtige Rolle im System der deutschen Elf ein. Im dramatischen Viertelfinale eroberte er zahlreiche Bälle und schaltete Argentiniens Spielmacher Roman Riquelme weitgehend aus. Als Alternative stehen Frings' Mannschaftskamerad bei Werder Bremen, Tim Borowski, und Sebastian Kehl von Borussia Dortmund bereit. Dabei spricht für Kehl, dass er diese Position auch in seinem Verein spielt, während Borowski bei Werder eher offensiver agiert. Allerdings überzeugte Borowski zuletzt, wenn er eingewechselt wurde. So bereitete er den wichtigen Ausgleich zum 1:1 gegen Argentinien durch Miroslav Klose vor.

Seite 1:

„Die Mannschaft ist sehr enttäuscht“

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%