Torwart avanciert zum Publikumsliebling
Deutsche Nummer Eins erobert die Herzen der Fans

Jens Lehmann erlebt derzeit einen Aufschwung. Zwar ist der Keeper sportlich bereits auf höchstem Niveau angekommen, bei den Fans steht der ehemalige Bundesligaprofi jedoch erst seit kurzem hoch im Kurs.

Einzig die Rote Karte im Champions-League-Finale überschattet die jüngste Erfolgsbilanz von Jens Lehmann. Ansonsten könnte beim deutschen Schlussmann von einem perfekten Verlauf der vergangenen Monate gesprochen werden. Der 36-Jährige ist derzeit nicht nur sportlich die Nummer eins in Deutschland, auch bei den Fans steht der Keeper von Arsenal London immer höher im Kurs.

Am Samstag beim Länderspiel in Freiburg gegen Luxemburg (7:0) wurde Lehmann ebenso gefeiert wie am Dienstagabend beim 2:2 in Leverkusen gegen Japan. Vorbei die Zeiten, als der frühere Schalker und Dortmunder an seinem Schnösel-Image zu knabbern hatte. Allerdings lieferte der England-Legionär, der jahrelang im Schatten seines Konkurrenten Oliver Kahn gestanden hatte, den deutschen Anhängern gegen Japan auch allen Grund, begeistert zu sein.

"Er war unser großer Rückhalt. Ohne Jens hätten wir sicher nicht unentschieden gespielt", lobte Bundestrainer Jürgen Klinsmann. "Er ist für uns sehr wichtig, weil er auch die Abwehr dirigiert", meinte Innenverteidiger Christoph Metzelder.

Wäre noch ein Beweis nötig gewesen, ob Lehmann anstelle von Kahn zur Nummer eins im deutschen Tor taugt, die Partie gegen den Asienmeister hätte ausgereicht. Der 31-malige Nationalspieler wirkte sehr konzentriert und machte etliche Chancen der Gäste mit Klasseparaden zunichte. "Dafür ist ein guter Torwart da, dass er auch mal einen Ball hält", sagte Lukas Podolski mit einem schelmischen Grinsen. Auch Lehmann selbst meinte lapidar, dass dies "mein Job ist".

Dabei war sich der Arsenal-Keeper, der an beiden Gegentoren durch Naohiro Takahara schuldlos war, am Dienstagabend noch gar nicht sicher, "ob ich überhaupt schon bei 100 Prozent bin". Gerade in der zweiten Hälfte hätte auch er sich nach dem harten Training der letzten Tag "ein bisschen müde" gefühlt. Er hoffe nun, dass dies am Freitag in Gladbach gegen Kolumbien besser wird. Gegen die Südamerikaner wird der frühere Bundesliga-Profi wieder 90 Minuten im Tor stehen, nachdem Klinsmann nach der Luxemburg-Partie die knapp zwei Jahre andauernde Rotation endgültig für beendet erklärt hatte.

Längst gehört bei Lehmann sein unglücklicher Auftritt im Champions-League-Finale gegen Barcelona (1:2), als er schon nach 18 Minuten des Feldes verwiesen wurde, der Vergangenheit an. Auch die Rivalität zu Kahn scheint derzeit vergessen. "Wir handhaben das recht locker", erzählt Lehmann.

Nach vier Turnieren auf der Ersatzbank freut sich der 36-Jährige vielmehr auf seine erste Endrunde als Nummer eins. An den großen Druck will er dabei gar nicht denken, "wir sollten die WM alle genießen. Ich habe in der Champions League gespürt, dass es sehr viel Spaß macht, große Spiele zu spielen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit unserer Mannschaft bei der WM auch so einen Weg gehen und den ganz großen Wurf landen können."

Dass die deutsche Mannschaft, gerade in der Abwehr, noch zu unerfahren sei, um zu bestehen, ist für Lehmann schlichtweg Unsinn. Bei Arsenal sei das Team noch jünger - "und wir waren trotzdem erfolgreich".

© SID

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