Trainer bei Real Madrid
Zidane und der neue Pep

Als Fußballer hat Zinedine Zidane alles erreicht. Als Fußball-Trainer ist er jedoch ein Novize. Nun befördert Real Madrid die Klublegende zum Chefcoach – ein Risiko. Vorbild kann nur einer sein: Pep Guardiola.

DüsseldorfEs gibt auf den ersten Blick nicht viel, was die Namen Zinedine Zidane und Pep Guardiola miteinander verbindet. Auf der einen Seite Zidane, der Weltstar, der feuerfüßige Zauberer, der mit Ball und Gegner machen konnte, was er wollte. Ein französischer Volksheld mit algerischen Wurzeln, ein Wandervogel, ein Spieler, der als kreativer Gestalter wie als Vollstrecker noch heute jedem Fußballfan als Nonplusultra gilt. Auf der anderen Guardiola, der nüchterne Stratege, der als Sechser seinen Job am besten machte, wenn er gar nicht weiter auffiel. 17 Jahre aktiv beim FC Barcelona. Bekannt, aber nicht berühmt. Zidane eine Ikone bei Real Madrid, Guardiola eine Legende beim katalanischen Erzrivalen.

Und dennoch gibt es Gemeinsamkeiten. Jetzt zumindest. Denn wie einst Pep Guardiola beim FC Barcelona vom Trainer der zweiten Mannschaft plötzlich zum Chef befördert wurde, wird Zidane nun von der Reserve Real Madrids zum Choreographen des weißen Balletts. Real, der Klub, bei dem der Name eine entscheidende Rolle spielt, macht einen seiner Größten zum Trainer. Das ist so logisch wie risikoreich.

Denn was bei anderen Vereinen üblich ist, den Trainer der zweiten Mannschaft oder der Jugendabteilung zu befördern, ist für Real äußerst unüblich. Die Namen vor Zidane: Jose Mourinho, Carlo Ancelotti, Mauel Pellegrini und zuletzt der gefeuerte Rafael Benitez. In Madrid, wo die Präsidenten mit Geld um sich schmeißen, als gäbe es kein Morgen, wo mit prominenten Namen Wahlkampf betrieben wird, da müssen die Stars meist fertig ankommen. Das gilt auch für die Trainer.

Der letzte, der aus der zweiten Mannschaft, der Castilla, hochgezogen wurde, war ein gewisser López Caro. Wer? Der Spanier, bis dato nur durch kleinere Erfolge in unteren Ligen aufgefallen war, durfte im Winter 2004 für den gefeuerten Vanderlei Luxemburgo übernehmen und die ohne fruchtlose Saison zu Ende führen. Danach war auch Caros Engagement am Ende.

Real hat aus der Not eine Tugend gemacht. Denn Not herrscht auf dem Trainermarkt. Prominente Namen finden sich mit Ausnahme José Mourinhos nicht. So blieb der einzig verfügbare klangvolle Coach der, der bereits für den Klub arbeitet: Zinedine Zidane. Historisches Vorbild ist die Beförderung Pep Guardiolas zum Cheftrainer, nach der er mit dem FC Barcelona zweimal die Champions League, dreimal die spanische Meisterschaft und einmal das Triple holte.

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