Trainer beim 1. FC Köln
Christoph Daum hat aufs Herz gehört

Erst sagte er ab, dann ging er in sich –- und entschied sich um: 16 Jahre nach seinem Rauswurf heuert Christoph Daum abermals als Trainer beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Köln. In der Lokalpresse erklärte der Fußballlehrer seinen Sinneswandel.

HB KÖLN. In einem Interview mit dem Kölner „Express“ begründete der 53 Jahre alte Daum seine Entscheidung mit seiner emotionalen Bindung zum Verein. „Nach meiner OP brauchte der FC eine schnelle Entscheidung. Mir ging es körperlich sehr schlecht, also habe ich abgesagt. Ich kam ins Grübeln, denn ich fühlte mich mit meiner ersten Entscheidung nicht wohl. Ich habe auf mein Herz gehört. Außerdem ist das Konzept, dass der Verein mir vorlegte, hervorragend“, sagte er. Spekulationen über eine Ausstiegsklausel im Vertrag, die angeblich eine Trennung vom Verein am Ende dieser Spielzeit ermöglicht, dementierte Daum: „Vertragliche Dinge regelt mein Anwalt. Ich kann ihnen aber sagen: Wenn ich etwas mache, dann mache ich das richtig.“

Nach dem Zweitligaspiel gegen 1 860 München (1:2) hatte der FC bekannt gegeben, dass Daum einen Vertrag bis zum 30. Juni 2010 erhält. Daum, der dem Verein erst am Dienstag abgesagt hatte, war bereits von 1986 bis 1990 Cheftrainer bei den Geißböcken. Der gesundheitlich angeschlagene Fußball-Lehrer, der sich einer Hals-OP hatte unterziehen müssen, wird sein Debüt am 4. Dezember im Heimspiel gegen den MSV Duisburg feiern. Er nimmt seine Arbeit offiziell nach dem Spiel bei der Spvgg Greuther Fürth (26. November) auf.

Der langjährige Daum-Assistent Roland Koch wird indes nicht vorübergehend einspringen. „Keine halben Sachen. Das Gespann Schaefer/Gehrke wird solange weitermachen, bis ich wieder fit bin. Und dann gehts mit ganzer Kraft an die Arbeit“, erklärte der neue FC-Trainer.

Zwanziger zweifelt an Daums Glaubwürdigkeit

„Daum gehört zu den besten Fußball-Lehrern der Welt, er kann jeden Verein weiterbringen. Aber: Er hat einen Fehler gemacht. Ich bin allerdings der Überzeugung, dass man ihm eine zweite Chance geben muss. Doch diese zweite Chance muss man sich mit Glaubwürdigkeit erarbeiten. Das macht er im Augenblick nicht so ganz“, hatte zuvor DFB-Präsident Theo Zwanziger im DSF-Doppelpass erklärt. Daum hatte sich auf Grund seiner Kokain-Affäre 2000 selbst um den Bundestrainerposten beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) gebracht.

Trotz lukrativer Offerten aus Moskau und Kiew soll die Familie den Fußball-Lehrer bedrängt haben, in Köln zu bleiben. Der ehemalige Meister-Coach des VfB Stuttgart besitzt eine Villa im vornehmen Stadtteil Hahnwald. Seit seiner Kokain-Affäre 2000 hatte der Erfolgscoach ausschließlich im Ausland - bei Besiktas Istanbul, Austria Wien und Fenerbahce Istanbul - gearbeitet. Seine letzte Station in Deutschland war Bayer Leverkusen (1996 bis 2000).

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