Trainer und Sportdirektor
Magath wird der unumstrittene „Leitwolf“

Der VfL Wolfsburg hat mit der Verpflichtung von Felix Magath den nächsten Coup gelandet. Nur wenige Monate nach der Entlassung beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München kehrt der frühere Nationalspieler als Trainer und Sportdirektor des niedersächsischen Vereins in die Fußball-Bundesliga zurück.

HB WOLFSBURG. Der 53 Jahre alte Ex-Profi erhält in Wolfsburg einen Dreijahresvertrag bis 2010 mit weit reichenden Kompetenzen. Er ist als „Geschäftsführer“ für den gesamten sportlichen Bereich einschließlich des dazu gehörenden Personals verantwortlich.

„Ich sehe beim VfL Wolfsburg eine gute Perspektive. Mit meiner Erfahrung möchte die ich Mannschaft zu besseren Zeiten führen, als der Verein sie zuletzt hatte“, erklärte Magath am Mittwoch. Zu konkreten Zielen wollte er sich noch nicht äußern. „Ich muss mir zunächst einen Überblick über das Team und den Verein verschaffen. Ich bin aber bereit, mit allen VfL-Profis zu arbeiten. Natürlich möchte ich auch neue Spieler holen“, ergänzte Magath.

Wolfsburg ist seine siebte höherklassige Trainer-Station nach Bayern München, dem VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt, Werder Bremen, dem 1. FC Nürnberg und dem Hamburger SV. „Ich werde meine Arbeit in Wolfsburg am 15. Juni aufnehmen. Die Spieler erwarte ich zum ersten Training am 27. Juni“, sagte Magath. Derzeit befindet er sich noch im Urlaub auf Puerto Rico, hatte aber vergangene Woche bei einer Stippvisite in Deutschland mit den VfL-Verantwortlichen über das Engagement verhandelt.

„Mit Felix Magath konnten wir eine der renommiertesten Persönlichkeiten im deutschen Fußball gewinnen“, erklärte der neue VfL-Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch zu der Einigung mit dem Meistertrainer, der zuletzt zwei Mal mit den Bayern (2005/2006) das Double geschafft hatte. „Er bringt aus seinen bisherigen Tätigkeiten als Manager und Trainer umfangreiche Erfahrungen mit und kann auf zahlreiche nationale und internationale Erfolge zurückblicken““, fügte der VW-Vorstand Pötsch hinzu.

Internationale Erfolge erwarten die Verantwortlichen von VW und VfL nun auch von Magath, der in der Provinzstadt den glücklosen Klaus Augenthaler beerbt. Nach dem Vorbild englischer Clubs kann der 43- malige Nationalspieler als eine Art Teammanager in Wolfsburg weitgehend nach eigenen Vorstellungen schalten und walten. Ein ähnliches Modell hatte Magath bereits 2004 beim VfB Stuttgart vorgefunden. Damals führte er die Schwaben unerwartet in die Champions League.

In den vergangenen Jahren hatten die Wolfsburger bereits mit spektakulären Spielertransfers wie Stefan Effenberg, Andres D'Alessandro und Marcelinho für Aufsehen gesorgt. Der sportliche Erfolg blieb aber aus. Auch mit den Trainern hatte der Verein kein Glück. Augenthaler wurde am 19. Mai als sechster Coach innerhalb von nur vier Jahren entlassen. Die Position des Sportdirektors wurde seit der Trennung von Thomas Strunz im Dezember 2005 von Geschäftsführer Klaus Fuchs in Personalunion ausgeübt.

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