Trainerlegende Sacchi
„Klopp und Guardiola erneuern den Fußball“

Der ehemalige italienische Nationaltrainer Arrigo Sacchi ist ein großer Bewunderer des Fußballs, den Borussia Dortmund und Bayern München spielen. Der Stil beider Mannschaften komme seiner Spielphilosophie sehr nahe.
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Handelsblatt Online: Signore Sacchi, Sie haben den AC Mailand und die italienische Nationalmannschaft trainiert. Und Sie gelten sowohl als Vorbild von Jürgen Klopp wie von Josep Guardiola. Wie schauen Sie auf das Duell Dortmund gegen Bayern?
Arrigo Sacchi: Klopp und Guardiola sind zwei großartige Trainer. Ihre Konzepte sind an sich ähnlich. Die Umsetzung ist jedoch anders. Beide verfolgen mit ihren Mannschaften einen kollektiven und totalen Fußball. Dabei fokussiert sich Guardiola mehr auf Ballbesitz. Das macht Klopp etwas weniger. Die individuelle und technische Qualität der Spieler, die Guardiola trainiert, ist sicherlich der von Dortmund überlegen. Aber beide versuchen, den Platz und das Spiel zu dominieren.

 

Wie beherrschen beide Mannschaften ihre Gegner?
Sie versuchen beide, dem Gegner das eigene Spiel aufzudrücken. Dabei nutzen sie die Qualitäten der jeweiligen Spieler.

Und wie unterscheiden sie sich?
Der Unterschied liegt im Verhalten der Mannschaften: Borussia Dortmund erscheint stärker, wenn es um Schnelligkeit und Ballbewegungen geht. Guardiolas Mannschaft dagegen nutzt vielleicht die Räume etwas weniger. Aber das sind minimale Unterschiede. Der Hauptunterschied liegt in den Spielern, über die sie verfügen, und zwar in deren Eigenschaften und deren Erfahrung.

Was zeichnet die Dortmunder aus?
Klopp verfügt technisch gesehen über keinen so exzellenten Kader wie Guardiola. Doch er hat aus seinen Spielern ein Team geformt, dessen Fußball wunderschön anzusehen ist. Ihr Spiel reißt mich sehr oft mit: ihre Schnelligkeit, wie sie Toraktionen herausspielen, und ihr Fairplay, das sie auf dem Platz zeigen. Das ist ein Phänomen und hat schon Geschichte geschrieben!

Und warum sind die Bayern dennoch besser?
Die Spieler des FC Bayern haben einen Hintergrund, den Dortmund nicht haben kann. Aber glauben Sie nicht, dass es leicht wäre, Bayern oder Real Madrid zu trainieren. Es ist schwer, einem Topspieler, der eine gewisse Geschichte hat, beizubringen, dass das Team wichtiger ist als ein Einzelspieler. Sie dürfen nicht allein spielen, sondern mit und für die Mannschaft, auf dem ganzen Platz und über die volle Spielzeit.

 

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